
Die Hessen-USA-Ausstellung im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt ist eröffnet – jetzt gibt es spannende neue Details zu Lebkuchen, Selterswasser und einem…
Seit dem 5. August 2026 läuft sie im Institut für Stadtgeschichte an der Münzgasse 9: die Wanderausstellung „Mehr als Hessian Mercenaries und Elvis Presley: 250 Jahre transatlantische Beziehungen Hessen–USA“. In einem früheren Beitrag haben wir euch bereits verraten, worum es in dieser spannenden Schau grundsätzlich geht. Jetzt, nach der Eröffnung, gibt es frische Details – und die haben es in sich!
Institutsleiterin Mirjam Sprau brachte es bei der Eröffnung am 5. August auf den Punkt: „Es ist eine Ausstellung in einer Ausstellung.“ Denn die 24 neuen Ausstellungstafeln wurden direkt vor der bereits laufenden Schau „Frankfurt Went West“ aufgestellt – Pressefotograf Mickey Bohnackers Bilder aus der Nachkriegszeit dokumentieren dort die Amerikanisierung Frankfurts und sind noch bis zum 31. August 2027 zu sehen. Eine echte Kombination für alle Geschichtsbegeisterten!
In Frankfurt ist eine Straße nach Jakob Leisler benannt – aber kaum jemand weiß, wer dahintersteckt. Kurator Holger Gräf vom Hessischen Institut für Landesgeschichte in Marburg hebt genau solche Geschichten hervor: Leisler wurde 1640 in Bockenheim geboren, wurde nach einer Revolution für zwei Jahre selbst ernannter Gouverneur der Provinz New York und wurde 1691 von den englischen Kolonialherren wegen Hochverrats hingerichtet. Eine Geschichte, die man so nicht erwartet – und die zeigt, wie tief die hessisch-amerikanischen Wurzeln wirklich reichen.
Genauso kurios: Ein Gießener Bäckerssohn namens Christoph Ludwick ließ sich 1754 in Philadelphia nieder, wurde mit seiner Lebkuchenbäckerei wohlhabend und versorgte die amerikanischen Revolutionstruppen mit Gebäck. Sein Lohn? George Washington persönlich beförderte ihn zum „Baker General“. Und dann wäre da noch das Selterswasser aus Niederselters im Taunus, das im 18. Jahrhundert in Tonkrügen in die britischen Kolonien und späteren USA exportiert wurde – und bei vermögenden Amerikanern hoch im Kurs stand.
Die hessischen Söldner, die im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg für die englische Krone kämpften, und Elvis Presley, der seinen Militärdienst in Friedberg leistete – sie geben der Ausstellung zwar ihren Namen, sind aber nur zwei Themen unter vielen. 24 Ausstellungstafeln beleuchten die gesamte Bandbreite der hessisch-amerikanischen Beziehungen: von frühen dynastischen Verflechtungen und religiösen Auswanderungswellen des 18. und 19. Jahrhunderts über wechselseitigen Kultur- und Wissenstransfer bis hin zur prägenden US-Besatzungszeit nach 1945.
Die Ausstellung geht auf eine interdisziplinäre wissenschaftliche Tagung zum Thema im November 2025 zurück und erzählt Geschichte anhand konkreter Biografien, Fallbeispielen und Unternehmensgeschichten. Passend dazu ist auch ein Begleitbuch unter gleichem Titel erschienen. Frankfurt ist übrigens die erste Station der Wanderausstellung – danach reist sie bis Ende 2027 noch durch weitere Orte in Hessen.
Ihr habt noch bis Mittwoch, 23. September 2026 Zeit, die Ausstellung im Institut für Stadtgeschichte, Münzgasse 9, zu besuchen. Wer noch tiefer einsteigen will: Kurator Holger Gräf bietet persönliche Führungen an – am Sonntag, 9. August, um 15 Uhr und am Donnerstag, 20. August, um 18 Uhr. Das vollständige Rahmenprogramm findet ihr auf stadtgeschichte-ffm.de. Also nichts wie hin – der Sound der Weltstadt steckt auch in ihrer Geschichte!






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