
Kinder lernten in Düdelsheim bei Imker Siegmar Nos, wie Honig geschleudert wird – und genossen ihre süße Belohnung direkt auf frischem Brot.
Was steckt eigentlich in einem Glas Honig? Und wie kommt das „flüssige Gold“ überhaupt von der Wabe ins Glas? Diese Fragen beantworteten Kinder und Jugendliche in Düdelsheim auf die allerbeste Art – nämlich selbst! Auf der Streuobstwiese des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) an der alten Hauptstraße Richtung Rohrbach lernten sie gemeinsam mit Imker Siegmar Nos aus Orleshausen, wie Honig geschleudert wird. Und die Belohnung? Frisches Brot mit frischem Honig direkt aus dem Hahn. Lecker!
Imker Nos zeigte den Teilnehmern im Alter von sechs bis 14 Jahren Schritt für Schritt, wie die Waben zunächst „entdeckelt“ werden – also das Wachs mit speziellem Werkzeug abgeschabt wird – bevor die Waben in die Schleuder kommen. Dann hieß es: kräftig drehen! Die Jungen und Mädchen kurbelten fleißig, damit der Honig aus den Waben fließen konnte. Dabei sahen sie mit eigenen Augen, wie viel Arbeit hinter jedem Glas Honig steckt.
Damit die Aktion möglichst entspannt ablief, hatte Nos die Waben von anderen Bienenvölkern mitgebracht – „damit beim Honigschleudern keine aufgeregten Bienen herumschwirren“, erklärte Luis Simon, Vorsitzender des OGV und stellvertretender Vorsitzender der Düdelsheimer Naturschützer. Auf dem Grundstück hat Nos zwar selbst zwei Bienenkästen stehen, aber für den Nachmittag mit den Kindern war Sicherheit das oberste Gebot.
Neben dem praktischen Schleudern lernten die Kinder auch, warum Bienen, Hummeln und andere Fluginsekten so unglaublich wichtig für uns alle sind. „Keine Kirschen, keine Erdbeeren, Äpfel und Birnen ohne Bienen“, brachte Imker Nos es auf den Punkt. Ohne die fleißigen Bestäuber – die Nektar aus zehntausenden Blüten einsammeln – gäbe es schlicht und ergreifend kaum Obst und Gemüse auf unseren Tellern. Die Kinder hörten aufmerksam zu und stellten Fragen, die Nos gemeinsam mit dem früheren langjährigen OGV-Vorsitzenden Gerhard Knaus geduldig beantwortete.
Besonders: Zum ersten Mal luden der Obst- und Gartenbauverein und der Verein Naturschutz Düdelsheim das Honigschleudern gemeinsam aus – in all den Jahren zuvor hatte der OGV die Aktion alleine organisiert. Imker Nos ist Mitglied in beiden Vereinen und verbindet sie damit auf ideale Weise. Beide Vereine eint das Interesse an der Natur, ihrer schonenden Nutzung, dem naturnahen Anbau von Obst und Gemüse und der Pflege von Streuobstwiesen als Heimat zahlreicher Insektenarten. „Wir entdecken bestimmt noch weitere Synergien“, ist sich Simon sicher.
Auch die Leiterinnen der beiden Jugendgruppen der Naturschützer, Katrin Bolz und Judith Stöltzing, waren mit dabei – und ließen sich den frischen Honig auf dem Brot genauso schmecken wie die Kinder. „Mmmhhhh, das schmeckt“, war von vielen zu hören. Luis Simon, Siegmar Nos und Gerhard Knaus freuten sich, dass alle den Honig „richtig genießen und erleben, wie gut die Sommertracht aus ihrer heimatlichen Umgebung schmeckt“.
Wer Lust auf mehr hat: Die Düdelsheimer Naturschützer öffnen ihre Straußwirtschaft auf dem Findörfer Hof noch dreimal in diesem Jahr – jeweils von 11 bis 17 Uhr:
Dort gibt es neben Honig auch selbst gemachten Apfelsaft, Apfelwein, Apfelweineis, Handkäs‘ mit Musik und Kuchen. Und wer richtig anpacken will: Am 26. September steht die traditionelle Apfelernte mit anschließendem Keltern an – tatkräftige Helfer sind herzlich willkommen! Alle Infos gibt es auf der Homepage des Vereins unter naturschutz-duedelsheim.de.






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