
Der Fliegerhorst Eschborn bei Frankfurt ist gesperrt – verseuchter Boden und Munitionsreste machen ihn zur Todesfalle.
Nordwestlich von Frankfurt, genau vor den Toren der Metropole, schlummert ein Stück Geschichte, das ihr besser nicht betretet. Der Fliegerhorst Eschborn – einst einer der aktivsten Militärflugplätze der Region – ist heute ein echtes Sperrgebiet. Stacheldraht, Verbotsschilder und verfallene Hallen prägen das Bild. Und der Grund fürs Zutrittsverbot ist absolut todernst.
Die Geschichte dieses Ortes ist so düster wie faszinierend. Ab 1937 entstand hier ein Militärflugplatz der Wehrmacht. Im Zweiten Weltkrieg starteten von diesem Gelände Jagdflugzeuge der deutschen Luftwaffe. Am 15. August 1944 trafen alliierte Bomber das Areal schwer. Nur wenige Monate danach, Ende März 1945, rückten US-Truppen ein, reparierten die Startbahn und nutzten den Platz für eigene Kampf- und Transportflugzeuge.
Nach Kriegsende übernahm die US-Armee das Gelände dauerhaft. Aus dem Flugplatz wurde das sogenannte „Camp Eschborn“ – Heimat amerikanischer Pionierverbände. Erst 1992 zogen die Streitkräfte endgültig ab. Seitdem verfallen die markanten Teile des Areals vor sich hin.
Was nach Abenteuer klingt, ist in Wirklichkeit lebensgefährlich. Jahrzehntelang lagerten auf dem Gelände Kraftstoffe, Öle und Chemikalien – Boden und Grundwasser gelten als belastet. Noch brisanter: Bei Bauarbeiten tauchten in den vergangenen Jahren immer wieder verdächtige Gegenstände auf. Munitionsreste! Experten waren regelmäßig im Einsatz, Erdaushub wurde untersucht und abgesichert. Wer das Gelände trotzdem betritt, riskiert nicht nur eine Anzeige – sondern sein Leben.
Kein Wunder also, dass das gesamte Areal heute mit einem Zaun und Nato-Stacheldraht gesichert ist. Das Betreten ist streng verboten und wer sich nicht daran hält, macht sich strafbar. Auch die zwischenzeitlich diskutierten Gastro-Pläne – ein Ausflugslokal auf dem Gelände war tatsächlich im Gespräch – haben sich längst zerschlagen.
Natürlich ranken sich um so einen Ort jede Menge Gerüchte. In den 1980er-Jahren kursierten hartnäckige Geschichten, unter dem Gelände seien deutsche Jagdflugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg vergraben worden – versteckt vor den anrückenden Alliierten. Klingt spannend, ist aber Quatsch. Kampfmittelräumdienste und Fachleute widerlegten diese Legenden. Eschborns damaliger Stadtarchivar Gerhard Raiss brachte es auf den Punkt: „Gibt es alles nicht.“
Wer den Ort trotzdem erleben möchte, muss draußen bleiben – aber komplett leer ausgeht ihr nicht. Ein öffentlicher Weg führt am Vorfeld des denkmalgeschützten Hangar 4 vorbei, dem markantesten Überrest des alten Flugplatzes. Seine freitragende Dachkonstruktion ragt noch immer imposant in den Himmel und gibt einen Eindruck davon, was hier einmal war.
Der Fliegerhorst Eschborn ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie viel Geschichte direkt vor unserer Haustür liegt – still, vergessen und manchmal eben auch gefährlich. Schaut euch den Hangar 4 von außen an, genießt die Atmosphäre – aber bleibt bitte hinter dem Zaun. Euer Leben ist es wert. Der Sound der Weltstadt kommt auch ohne Stacheldraht-Abenteuer aus!






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