Die Löwen Frankfurt tauften ihre Neuzugänge mit Apfelwein aus dem Bembel – eine echte Frankfurter Tradition.
Knie aufs Eis, Kopf gesenkt – und dann kommt der Apfelwein aus dem Bembel. Was sich anhört wie ein Frankfurter Ritual aus alten Zeiten, ist bei den Löwen Frankfurt längst feste Tradition: die Taufe der Neuzugänge nach echter Löwen-Art. Und in dieser Saison war einiges zu tun, denn gleich ein gutes Dutzend Spieler, Mitarbeiter und sogar Headcoach Tom Pokel mussten durch dieses besondere Aufnahmeritual. Der Sound der Weltstadt trifft auf hessisches Kulturgut – und das in der Eissporthalle am Ratsweg!
Mutig voran ging dabei Konrad Abeltshauser – Ur-Bayer, Neu-Frankfurter und frisch gebackener Löwe. Rechtes Knie aufs Eis, Kopf gesenkt, und dann übergeschüttet mit Apfelwein von Kult-Hallensprecher Rüdiger Storch – unter dem lauten Gejohle der Kollegen. Dazu die entscheidenden Worte: „Einmal Löwe, immer Löwe.“ Einen Tag vor seinem 34. Geburtstag zeigte Abeltshauser, der als mehrmaliger Meister aus München kam, keinerlei Berührungsängste mit dem hessischen Kulturgut. „Ich bin ein Freund von Traditionen, ich finde das schön“, sagte er nach der Zeremonie.
Auch Trainer Tom Pokel kam dieses Mal nicht drum herum. Als er im vergangenen November nach dem schwachen Start unter seinem Vorgänger anheuerte, war die Taufe schlicht zu spät dran – sie wurde jetzt nachgeholt. Zur großen Freude seiner Spieler, versteht sich.
Zehn neue Spieler sind im Frühjahr und Sommer zu den Löwen gestoßen. Darunter erfahrene Kräfte wie Abeltshauser und Abwehrspieler Björn Krupp, die ehemaligen NHL- und KHL-Spieler Brandon Biro und Austin Wagner, auf die einige Erwartungen ruhen, sowie junge Talente wie der flinke Kanadier Anthony Romano. Eine Mischung, die es in sich hat!
Sportdirektor Jan Barta ist sichtlich zufrieden mit dem, was er sieht: „Wir haben die Kabine schon grundlegend umgekrempelt, Führungspersönlichkeiten dazugewonnen.“ Und Abeltshauser selbst betont, dass das Antreiben der Jungs bisher kaum nötig war: „Wir müssen die Jungs gar nicht antreiben, die haben selbst genug Motivation, besser zu werden.“
Nach dem enttäuschenden 13. Platz in der vergangenen Saison wollen die Löwen in der neuen DEL-Spielzeit deutlich höher hinaus. Die Grundlagen sind gelegt: Abwehr und Angriff stehen, jetzt wird an den Feinheiten gefeilt – etwa dem Unterzahlspiel, das in ersten Testspielen noch eine Schwachstelle war. Trainer Pokel arbeitet mit vollem Tempo daran.
„Wir haben uns bewusst für nur fünf Vorbereitungsspiele entschieden, damit wir genug Zeit zum Trainieren haben“, erklärt Barta die Strategie. Zunächst geht es am Freitag zu den Augsburger Panthern, am 12. September kommt dann der ERC Ingolstadt zum einzigen Frankfurter Heimspiel der Vorbereitung an den Ratsweg. Sechs Tage später startet die DEL-Saison für die Löwen mit dem Auswärtsspiel in Schwenningen.
Konrad Abeltshauser macht klar, mit welcher Einstellung die Löwen in die neue Saison gehen: „Wir wollen was aufbauen. Die Jungs sind brutal fleißig, wir haben richtig hart trainiert.“ Und vor allem: „Wir sind mit der Einstellung rein, dass wir Eishockey spielen wollen, auf das die Fans stolz sein können – vom ersten Tag an.“ Das klingt nach einem Versprechen, das sich gewaschen hat. Die Apfelwein-Taufe ist erledigt, die Löwen sind bereit – jetzt reinhören und mitfiebern!






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