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Einfach spielen – ohne Probe! Jazzsängerin und Bassist begeistern beim Sommerfest der Malakademie

Jazzsängerin Stefanie Ruck und Bassist Wolfgang Marx begeisterten beim Sommerfest der Malakademie Frankfurt – ohne je zusammen geprobt zu haben.

Redaktion
·
31. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 10 Stunden

Wenn Musik einfach passiert – Magie im Frankfurter Ostend

Stellt euch vor: Ihr trefft jemanden, kennt euch vom Studium – und trotzdem habt ihr noch nie zusammen gespielt. Und dann stellt ihr euch gemeinsam vor Publikum. Genau das ist beim Sommerfest der Malakademie in Frankfurt-Ostend passiert – und es war großartig!

Jazzsängerin Stefanie Ruck und Bassist Wolfgang Marx haben beim Fest der Malakademie an der Zobelstraße ein Set gespielt, das sich anfühlte, als hätten die beiden jahrelang zusammen geprobt. Spoiler: Hatten sie nicht. Die einzige Probe fand am Nachmittag desselben Tages statt. Dozent und Leiter Günter Maniewski hatte Ruck gefragt, ob sie Lust hätte aufzutreten – und sie sagte sofort zu. Beide kennen sich aus der Frankfurter Musikwerkstatt, wo sie gemeinsam studiert haben. Doch musikalisch war das ihr erster gemeinsamer Auftritt. Und was für einer!

Zwei Könner, eine Sprache – sofort auf einer Wellenlänge

Das Duo harmonierte auf Anhieb. Beide sprechen dieselbe musikalische Sprache – das war dem Publikum sofort anzumerken. Im Hintergrund hingen Bilder von Stefanie Ruck selbst: Momentaufnahmen aus einem Urlaub in Costa Rica, von einem Marktplatz und einer Hängebrücke im Dschungel. Ein starkes Bild – Musik und Kunst Hand in Hand, so wie es in der Malakademie gelebt wird.

Kreativität ohne Altersbeschränkung – die Malakademie seit 1987

Die Malakademie ist eine echte Frankfurter Institution. Gegründet wurde sie 1987 von Günter Maniewski und Claudia Klee – zu einer Zeit, als Hilmar Hoffmann noch Kulturdezernent war. Und das Schöne: Hier kann sich jeder anmelden, egal wie alt. Maniewski erzählt, viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer kämen erst im fortgeschrittenen Alter – oft Menschen, die als Jugendliche davon geträumt hatten, Kunst zu studieren, sich aber von den Eltern abbringen ließen. „Lern‘ erst mal einen handfesten Beruf“ – das kennt wohl jeder. In der Malakademie holen sie sich ihren Traum jetzt zurück.

Eine von ihnen ist Mariann Fauser, die seit 17 Jahren zu den festen Teilnehmerinnen gehört. Die Dolmetscherin, die in Budapest aufwuchs und studierte, hat sogar ein eigenes Atelier im Haus. Ihre Werke beschäftigen sich mit schweren Themen – Krieg, Flucht, Trauma. Eine ihrer Collagen zeigt Ukrainerinnen und Ukrainer auf der Flucht, ihre Hunde und Katzen im Schlepptau. Eine berührende Arbeit, die nachdenklich macht.

Literatur, Flöte und ein Nachtfalter – ein besonderes Programm

Auch Franz Klee – Sohn von Claudia Klee – trug zum musikalischen Programm bei. Der 55-Jährige studierte Klavier an der Hochschule in Frankfurt und arbeitete als Repetitor und Kapellmeister an Opernhäusern in Düsseldorf und Bern, bevor er schließlich in Düsseldorf seine Wahlheimat fand. Gemeinsam mit Marion Heinisch-Holz (Querflöte), Bettina Müller-Sidibé (Blockflöte) und Vorleserin Heidrun Harlander-Breth präsentierte er einen Text von Jean-Henri Fabre – einem 1915 verstorbenen Physiker und Insektenforscher.

Im Mittelpunkt: das „Große Nachtpfauenauge“, ein Schmetterling. Der Text erzählt, wie das Weibchen gefangen wird – und wie urplötzlich vierzig männliche Artgenossen aus allen Richtungen auftauchen. Die Flöten improvisierten dazu live. Ein stimmungsvolles, fast poetisches Erlebnis. Franz Klee betonte übrigens: Zu Lebzeiten von Fabre gab es in Frankreich keine strikte Trennung zwischen Wissenschaft und Literatur – das war spürbar.

Frankfurt lebt – und die Malakademie auch!

Das Sommerfest der Malakademie zeigt einmal mehr: Frankfurt ist mehr als Banken und Skyline. Der Sound der Weltstadt kommt auch aus kleinen Ateliers im Ostend, aus improvisierten Jazzduos und bewegenden Kunstcollagen. Wer kreativ ist – oder es noch werden möchte – findet in der Malakademie eine Heimat. In jedem Alter. Jetzt reinhören, hinschauen, mitmachen!

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