
EC Bad Nauheim-Kapitän Marc El-Sayed spricht über seinen Sommer, das Sommertraining und den neuen Kader der Roten Teufel vor der Saison 2026/27.
Rund zweieinhalb Wochen vor dem ersten Eistraining des EC Bad Nauheim haben wir einen Check gemacht – und zwar beim Mann, der bei den Roten Teufeln das Wort ergreift, wenn es darauf ankommt: Marc El-Sayed. Der 35-Jährige ist Kapitän der vergangenen Jahre, Dienstältester im Kader und seit dem Sommer 2019 zurück bei seinem Heimatverein – nach stolzen 450 Spielen in der Deutschen Eishockey-Liga. Er wohnt nur wenige Meter vom Colonel-Knight-Stadion entfernt. Abschalten vom Eishockey? Klingt schwierig. Ist es aber nicht.
„Man weiß ja nie, wie oft ich solche Sommerpausen noch haben werde“, sagt El-Sayed – und er nutzt sie bewusst. Mit der Familie ging es zehn Tage an den Gardasee, außerdem war er als Trauzeuge seines besten Freundes in Barcelona, wo er den Junggesellenabschied organisieren durfte. Klingt nach einem richtig guten Sommer! Und genau das war es wohl auch. Denn nach einer harten Saison – die zuletzt schon Mitte März endete – braucht es seine Zeit, bis alles von einem abfällt und man wirklich durchatmen kann.
Im Alltag zu Hause versucht El-Sayed, sich im Sommer bewusst vom Stadion und den Eishockey-Themen fernzuhalten. Gelingt ihm das, dank eines intakten Freundeskreises noch aus Schulzeiten, erstaunlich gut. „Da gibt’s auch mal andere Themen“, sagt er mit einem Schmunzeln.
Während andere Teams ihre Einheimischen zum großen Sommertraining zusammentrommeln, geht El-Sayed seinen eigenen Weg: Er trainiert gemeinsam mit Garret Pruden bei Coach Mark Lubetzki in Wölfersheim – und das läuft nach eigener Aussage „super“. Lubetzki kennt seine Stärken und Schwächen. Das Zwei-Mann-Setting ist dabei bewusst gewählt: „Ganz allein zu trainieren, wäre nichts für mich – aber mit einem, zwei Trainingspartnern und dem Coach ist das sehr angenehm.“ Gezieltes Arbeiten statt kollektivem Chaos. Vor seiner 19. Profi-Saison weiß El-Sayed eben genau, was er braucht.
Der Kader der Roten Teufel befindet sich erneut im Umbruch – und El-Sayed hat bereits die ersten Fäden gesponnen. Mit Julian Kornelli hatte er schon vor dessen Wechsel Kontakt – die beiden kennen sich noch aus Schwenninger Zeiten. Dominik Tiffels traf er vergangene Woche, denn der war bei den Jungadlern, als El-Sayed in Mannheim bei den Profis im Kader stand. „Die Eishockey-Welt ist recht überschaubar. Man kennt sich“, sagt er. Im Mannschafts-Chat trudeln so langsam alle ein – und wenn genug Leute da sind, trifft man sich auch schon vor dem ersten offiziellen Termin.
Die Roten Teufel verzichten wie schon im Vorjahr auf ein klassisches Trainingslager. El-Sayed sieht das pragmatisch: Als Familienvater schätzt er es, abends im eigenen Bett zu liegen. Er räumt aber ein, dass ein Trainingslager eine Gruppe schneller zusammenschweißen kann – kurze Wege, intensive Zeit, kein Alltagsstress. Dafür hat man heute mehr Zeit zur Erholung zwischen den Einheiten. Die Trainingssteuerung sei insgesamt eine andere geworden, sagt er: gezielter, smarter – früher galt jede ungenutzte Minute als verschenkt, was oft schlicht kontraproduktiv war.
Der Fanszene gibt El-Sayed einen klaren, aber fairen Ausblick: „Im Sommer liest sich immer alles gut. Die Wahrheit werden wir bis November erfahren.“ Er ist guter Dinge – aber er war das in den Vorjahren auch. Erfahrung bringen die neuen Spieler mit, die Mischung scheint zu passen. Sein Credo für einen Standort wie Bad Nauheim: „Du musst Jungs holen, die nicht jeder auf dem Radar hat, die aber zum Trainer und zum Standort passen.“ Klingt nach dem richtigen Rezept – und nach einem Kapitän, dem man das einfach glaubt!
Wir sind gespannt, was die neue Saison bringt. Jetzt reinhören – den Sound der Weltstadt gibt’s bei Radio Frankfurt!






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