
Drogenhilfe in Frankfurt: Wie funktioniert der Frankfurter Weg? Konsumräume, Substitution und ein neues Suchthilfezentrum ab 2027 – alle Infos im Überblick.
Wenn es um Drogenhilfe geht, ist Frankfurt bundesweit ein Vorreiter. Zusammen mit Berlin, Hamburg, Köln und München gehört die Mainmetropole zu den Städten mit einem besonders ausgebauten Drogenhilfesystem. Und das ist kein Zufall – hinter dem sogenannten Frankfurter Weg steckt eine klare Haltung: seit 1994 toleriert die Stadt den Drogenkonsum im Rahmen dieses Konzepts. Was das in der Praxis bedeutet und welche Angebote dahinterstecken, erklären wir euch hier.
Das Hilfssystem in Frankfurt ist breit aufgestellt. Es geht längst nicht nur darum, Menschen von Drogen wegzubringen. Das Angebot reicht von Suchtberatung und Therapie mit Entgiftung über betreutes Wohnen bis hin zu Beratung in Rechts- und Schuldenfragen. Auch beim Finden einer Arbeit oder einer Ausbildungsstelle wird geholfen. Kurz gesagt: Der Mensch steht im Mittelpunkt – nicht nur die Sucht.
Besonders im Fokus stehen Schwerstabhängige. Für sie gibt es spezielle Programme, die über klassische Ansätze hinausgehen. Neben Methadon und Ersatzstoffen wie Buprenorphin bietet die Stadt in der Substitutionsambulanz Grüne Straße sogar die medizinisch kontrollierte Abgabe von reinem Heroin an – ein bundesweites Modellprojekt, das Frankfurt eine Sonderrolle in der deutschen Drogenpolitik gibt.
Ein zentraler Baustein des Frankfurter Systems sind die Konsumräume. Knapp 3.000 Abhängige nutzen sie in Frankfurt jährlich. Diese Orte schaffen sichere Bedingungen für Menschen, die sonst auf der Straße – oft lebensbedrohlich – konsumieren würden. Der Konsumraum der Integrativen Drogenhilfe im Bahnhofsviertel ist dabei wohl der bekannteste Anlaufpunkt.
Die Zahlen sprechen für sich: Das Frankfurter Modell zeigt, dass niedrigschwellige Hilfe Leben retten kann. Wer Zugang zu sicheren Konsumräumen hat, ist auch eher bereit, weitere Hilfsangebote anzunehmen.
Frankfurt bleibt nicht stehen. 2027 soll ein neues Suchthilfezentrum öffnen – ein weiterer Schritt, um das ohnehin starke Hilfsnetz noch weiter auszubauen. Damit investiert die Stadt gezielt in die Zukunft der Drogenhilfe und setzt ein klares Zeichen: Frankfurt nimmt seine Verantwortung gegenüber den Menschen ernst, die am Rand der Gesellschaft stehen.
Was Frankfurt seit 1994 praktiziert, ist mehr als ein lokales Experiment. Es ist ein Ansatz, der Pragmatismus mit Menschlichkeit verbindet. Statt auf Verdrängung zu setzen, schafft die Stadt Strukturen, die wirklich helfen – von der Beratung bis zur medizinischen Begleitung, von der Wohnhilfe bis zur Jobvermittlung.
Das Netz ist engmaschig, die Angebote vielfältig und die Ergebnisse sprechen für sich. Frankfurt zeigt, wie eine Stadt mit einem komplexen sozialen Thema umgehen kann – mit Haltung, mit Herz und mit einem klaren System im Rücken.






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