
Chaos vor Grundschulen: Hessen prüft temporäre Schulstraßen für mehr Sicherheit. Was das für Frankfurt bedeutet und warum die Politik jetzt handeln muss.
Stell dir vor: Es ist 8 Uhr morgens, und vor einer Grundschule herrscht pures Verkehrschaos. Ein Auto steht „nur kurz“ in der Feuerwehreinfahrt, eine Autofahrerin hält „ist doch noch Platz“ in zweiter Reihe. Gleichzeitig kommt ein Bus, der die Kinder zum Sportunterricht bringen soll, dazu noch ein Mopedfahrer und das Elektromobil des Postboten – und mittendrin? Dutzende Kinder, viele davon noch nicht einmal 1,20 Meter groß. Viel zu leicht zu übersehen. Dieses Szenario spielt sich jeden Morgen vor vielen Grundschulen ab – und es ist gefährlicher, als es auf den ersten Blick aussieht.
Wer solche Szenen kennt, wundert sich, dass auf dem Schulweg nicht noch mehr Unfälle passieren. Doch das Ziel muss klar sein: null Tote und null Schwerstverletzte im Straßenverkehr. Genau das steckt hinter der sogenannten Vision Zero, die die hessische Landesregierung verfolgt. Ein Leitbild, dem politisches Handeln folgen muss – nicht nur auf dem Papier.
Die Idee ist so einfach wie wirkungsvoll: Straßen vor Schulen zu bestimmten Zeiten für den Autoverkehr zu sperren. Das mag auf den ersten Blick wie ein großer Eingriff wirken – aber angesichts der realen Gefährdungslage wäre es laut einem Kommentar der Frankfurter Rundschau nicht nur sinnvoll, sondern vor einigen Schulen sogar dringend nötig. Dabei geht die Gefahr übrigens nicht nur von den berüchtigten sogenannten Eltern-Taxen aus, die ihre Kinder direkt vor dem Schultor absetzen.
Damit solche Schulstraßen überhaupt möglich werden, muss der Gesetzgeber die rechtlichen Grundlagen dafür schaffen. Der aktuelle Streit über eine Handreichung aus dem hessischen Verkehrsministerium zeigt deutlich: Hier gibt es noch Regelungsbedarf. Schilder alleine reichen eben nicht aus.
Gerade in einer Großstadt wie Frankfurt, wo Straßen ohnehin oft eng und stark befahren sind, trifft das Thema besonders ins Mark. Wer morgens mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist, kennt das Gefühl, wenn Autos rücksichtslos parken oder wenden – direkt dort, wo Kinder auf dem Schulweg sind. Temporäre Schulstraßen könnten hier für mehr Sicherheit, weniger Stress und entspanntere Morgenstunden sorgen – für Kinder, Eltern und Anwohner gleichermaßen.
Die Politik ist jetzt gefragt, klare Regeln zu schaffen. Denn eines ist sicher: Ein Kind, das sicher zur Schule kommt, ist das Wichtigste – ganz egal, wie viel Umweg ein Auto dafür machen muss.






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.