
Nach dem Großbrand auf einer Reitanlage in Heusenstamm ermittelt die Polizei wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Schaden: bis zu 150.000 Euro.
Ein Wochenende, das viele in Heusenstamm so schnell nicht vergessen werden: Am Samstagabend brach auf einer Reitanlage am Niederröder Weg ein Feuer aus, das beteiligte Einsatzkräfte später als „Flammenmeer“ beschrieben. Drei Tage danach ist klar: Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Ein technischer Defekt als Ursache gilt inzwischen als ausgeschlossen.
Nachdem Brandermittler sich am Montag selbst ein Bild vor Ort gemacht hatten, verdichteten sich die Hinweise schnell. Was zunächst wie ein Unfall wirkte, entpuppt sich als mögliche vorsätzliche Tat. Auch ein zunächst vermuteter Zusammenhang – dass das Feuer auf ein rund 60 Meter entferntes Waldstück übergeschlagen war – hat sich nach neuen Erkenntnissen gewandelt.
Rund 170 Feuerwehrleute waren mehrere Stunden an der Martinseestraße im Einsatz. Endgültig gelöscht war der Brand erst am Montagmorgen. Das Ausmaß der Zerstörung ist heftig: Verkohlte Holz- und Aschereste verteilen sich auf dem Grundstück und im angrenzenden Wald, Baumstämme sind tiefschwarz, in den Ästen hängen braune, spröde verbrannte Blätter. Auch drei Anhänger und ein Mistwagen wurden durch die Flammen zerstört. Landwirt und Anlageninhaber Markus Wöhl schätzt den entstandenen Sachschaden auf 100.000 bis 150.000 Euro.
Wöhl beschreibt außerdem die hektische Evakuierung in der Brandnacht: Die Pferde wurden zunächst auf das hintere Koppelstück freigelassen, anschließend einzeln aufgezäumt und weggebracht. Derzeit sind die Tiere im Reitstall Winter am Rand von Obertshausen untergebracht – bis feststeht, wie es mit dem Grundstück weitergeht. Auch Esel und ein Maultier des Vereins konnten rechtzeitig gerettet werden.
Vom „Glück“ spricht Erwin Heberer, der auf dem Nachbargrundstück seine Bienen hält. Er wurde noch in der Nacht von Markus Wöhl informiert und eilte sofort zur Martinseestraße. Seine Bienen seien vom Rauch nur leicht betäubt worden – und der Honig für dieses Jahr war bereits fertig geerntet. Dass die Flammen nicht auf sein Grundstück übergriffen, verdankt Heberer auch einem aufmerksamen Autofahrer, der den Brand von der rund 800 Meter entfernten Ringstraße aus gemeldet hatte.
Heberer gibt außerdem an, die Gefahr bereits im Vorfeld gespürt zu haben: „Hier ist ja alles total trocken“, sagt er. Er habe abends manchmal nochmal vorbeigeschaut, einfach um sicherzugehen. An einem benachbarten Stall zeigt sich, wie extrem heiß die Flammen geworden sein müssen – die Regenrinnen seien schlicht geschmolzen.
Schon 2022 hatte es im Heusenstammer Wald eine Serie von gelegten Bränden gegeben. Doch die Polizei sieht keinen Zusammenhang zwischen diesen früheren Fällen und dem aktuellen Brand. Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren.
Dass Menschen Verbote und Regeln im Umgang mit Natur und öffentlichem Raum missachten, ist kein neues Phänomen im Rhein-Main-Gebiet. Wie wir in einem früheren Beitrag berichtet haben, sorgte das Rudelbaden in der Nidda für erheblichen Ärger in Frankfurt – Badegäste ignorierten dort trotz klarer Verbote ein ökologisch sensibles Laichgebiet. Ob Naturschutzzone oder Privatgelände: Wenn Regeln nicht ernst genommen werden, entstehen Schäden – für Mensch, Tier und Umwelt.
Der Fall in Heusenstamm zeigt einmal mehr, wie verheerend die Folgen sein können. Die Ermittlungen laufen – und das Main-Gebiet schaut gespannt hin, wer hinter dem „Flammenmeer“ steckt. Jetzt reinhören und auf dem Laufenden bleiben – Radio Frankfurt hält euch auf dem neuesten Stand!






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