
Das Grand Opening von „A Sky Full of Hope
Es ist passiert: Am Dienstagabend wurde „A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78 Frankfurt“ von US-Künstlerin Janet Echelman offiziell eröffnet. Die blau-rote Netzskulptur, die seit Wochen die Gemüter in Frankfurt erhitzt, erstrahlte bei Einbruch der Dunkelheit über der Konstablerwache in einer 20-minütigen Licht- und Musikshow. Und die Reaktionen? So gespalten wie die ganze Debatte um das Kunstwerk!
Die Konstablerwache war gut gefüllt, die Leute tranken Wein, saßen auf extra aufgestellten Bänken und Sesseln – und schauten gespannt in den Frankfurter Himmel. Ein Herr aus Bockenheim zeigte sich begeistert: „Wie schön diese Farben und der Wind heute Abend dazu.“ Eine Frau brachte es auf den Punkt: „Das war magisch.“ Ein anderer Besucher schwärmte: „Wenn man sich künstlerisch einfühlt, dann bewegt es das Herz.“
Aber klar – ganz Frankfurt ist eben nicht einer Meinung. „Also ich hätte das nicht gebraucht“, sagte ein Mann trocken. Sein Kumpel verglich die meditative Musik des Komponisten und Sounddesigners Parviz Mir-Ali mit „Unterwassermusik in der Therme“. Und Maria (34) gab zu: Erst fand sie das Werk gar nicht schön – bis ihr eine Kollegin den entscheidenden Tipp gab: direkt darunter stehen! „Da wirkt es. Aber von weiter weg sieht es aus wie ein unförmiger Waschlappen.“ Tipp also: Hinstellung zählt!
Vor der großen Illumination sprachen Oberbürgermeister Mike Josef (SPD), Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und Echelman selbst feierliche Worte. OB Josef erklärte: „Ab heute verändert sich der Himmel über der Konstablerwache.“ Und weiter: „Wir wollen uns unsere Urbanität nicht nehmen lassen.“ Kritik gehöre zur Demokratie, betonte er – aber er wandte sich gegen das, was er „strukturelles Schlechtreden“ nannte.
Hartwig bezeichnete die Konstablerwache als „eher schmucklosen, rauen, angsteinflößenden Ort“ – das Kunstwerk solle dem entgegenwirken. „Es wird ein Experiment mit offenem Ausgang“, sagte sie. Die Künstlerin selbst überraschte mit einem Bekenntnis: „Ich bin Frankfurter!“ – in Anlehnung an das berühmte Zitat, das sie mit dem Geburtsort von John F. Kennedy verknüpfte.
Der größte Streitpunkt bleibt das Geld. 2,3 Millionen Euro – das klingt erstmal heftig. In unserem früheren Beitrag haben wir bereits erklärt, warum das Projekt keine Mittel aus dem laufenden Kulturetat oder aus anderen Bereichen wie dem Sozialen abzieht. Das bestätigte Kulturdezernentin Hartwig noch einmal deutlich: Die Mittel wären sonst verfallen und hätten nicht anderweitig genutzt werden können. Zusätzlich wurde das Pflaster auf der Konstablerwache erneuert und eine verkehrssichernde Beleuchtung installiert – das Projekt bringt also auch praktischen Mehrwert mit.
Wichtig zu wissen: Frankfurt kauft das Kunstwerk nicht. Die 2,3 Millionen Euro sind die Miete für drei Jahre. Über die Wintermonate wird die Installation jeweils temporär abgehängt. Das in sieben Meter Höhe schwebende Netz ist Teil von Echelmans Earthtime-Serie und steht für gesellschaftlichen Zusammenhalt – die Verbindung der Knoten als Symbol für die 178 Nationen, die Frankfurt Heimat nennen, so die Idee der Künstlerin.
Christine, die seit Jahren unweit der Konstablerwache wohnt, hofft es: „Ich hoffe, die Banditen verschwinden.“ Ihr Urteil zum Kunstwerk selbst fällt nüchtern aus – „im Dunkeln mit der Beleuchtung schön, tagsüber noch gewöhnungsbedürftig.“ Ob das Netz wirklich zur Aufwertung des Platzes beiträgt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Ab jetzt leuchtet die Konsti jeden Abend bunt. Die begleitende Musik von Parviz Mir-Ali gibt es dann nicht mehr über Lautsprecher, sondern per QR-Code auf dem eigenen Handy.
Also Frankfurt – geht hin, stellt euch direkt darunter und bildet eure eigene Meinung. Der Sound der Weltstadt hat jetzt auch einen neuen Look. Jetzt reinhören – und hinschauen!






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