
Janet Echelmans „A Sky Full of Hope“ polarisiert Frankfurt – aber warum das Kunstwerk an der Konstablerwache eine echte Chance verdient, lest ihr hier.
Seit einer Woche schwebt Janet Echelmans Netzskulptur „A Sky Full of Hope“ über der Konstablerwache – und ganz Frankfurt redet drüber. In den sozialen Medien überschlagen sich die Meinungen: Zu teuer! Geldverschwendung! Lokale Künstlerinnen und Künstler wurden übergangen! Die Stimmung? Heiß. Aber mal ehrlich – ist das wirklich so schlimm? Wir sagen: Nein! Und hier erfahrt ihr, warum.
Die Kritik kommt aus verschiedenen Richtungen. Lokale Künstlerinnen und Künstler beschweren sich, dass sie nicht gefragt wurden. Politiker aus der Opposition sprechen von Geldverschwendung – Schulen hätten saniert, Kita-Plätze geschaffen werden können. Klingt erstmal nachvollziehbar, oder? Aber: Das Geld für dieses Kunstwerk stammt aus einem vollkommen anderen Topf als das Budget für Schulen oder Kitas. Keine Schule muss auf einen einzigen Euro verzichten, weil jetzt eine Netzskulptur über der Konstablerwache hängt. Das Argument ist also schlicht populistisch.
Und was ist mit den lokalen Künstlerinnen und Künstlern? Auch hier lohnt sich ein zweiter Blick. Viele, die sich lautstark zu Wort gemeldet haben, leiden keine Not – sie haben eigene Projekte oder große Aufträge. Die Frage ist also: Warum gönnt man Janet Echelman nicht die Chance, Farbe und Freude an diesen sonst eher grauen Platz zu bringen?
Bei der Diskussion bekommt man manchmal den Eindruck, als hätte da eine x-beliebige Hobbykünstlerin ihr Netz aufgehängt. Weit gefehlt! Janet Echelman lehrte an der Harvard University, ist vielfach ausgezeichnet und hat in anderen Städten bereits gezeigt, welche Wirkung ihre Installationen im öffentlichen Raum entfalten: Menschen kommen zusammen. Genau das passiert auch gerade an der Konstablerwache. Wer den Platz vor der offiziellen Eröffnung besucht hat, konnte es selbst erleben – die Skulptur bringt eine völlig neue Atmosphäre in das Quartier, und Neugierige diskutieren bereits lebhaft über das Werk.
Klare Antwort: Nein! Kunst war noch nie demokratisch – und das ist auch gut so. Wenn jedes Kunstprojekt mit allen abgestimmt werden müsste, käme am Ende entweder reiner Mainstream heraus oder gar nichts, weil die Abstimmungsprozesse ins Unendliche gehen würden. Jemand muss Entscheidungen treffen. Genau dafür werden Menschen gewählt und beauftragt. Das Kunstwerk „A Sky Full of Hope“ entstand im Rahmen der World Design Capital – einem Projekt, das Frankfurt als kreative Weltstadt positioniert. Der Sound der Weltstadt braucht eben auch das Bild der Weltstadt!
Die Opening Night von „A Sky Full of Hope“ steigt am 11. August von 20 bis 23 Uhr an der Konstablerwache. Geht hin, schaut euch das Werk an und bildet euch eure eigene Meinung! Vielleicht werdet ihr überrascht, was eine Netzskulptur mit einem Platz machen kann, den viele bisher kaum für einen Ausflug in Betracht gezogen haben. Und wer weiß – vielleicht ist genau das der Moment, in dem Frankfurt wieder ein bisschen mehr zur Weltstadt wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt!






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