
Jutta Ebeling, ehemalige Frankfurter Grünen-Bürgermeisterin, wird 80 Jahre alt. Wir blicken auf ein beeindruckendes Leben für Frankfurt zurück.
Sie hat Frankfurt über Jahrzehnte mitgeprägt, und jetzt wird sie 80 – Jutta Ebeling, ehemalige Bürgermeisterin und Grünen-Politikerin, feiert einen runden Geburtstag. Wer denkt, sie sitze jetzt gemütlich im Schaukelstuhl, liegt weit daneben. Im Vergleich zu früher sei der heutige Alltag „ein Witz“, sagt sie selbst und lacht dabei. Herzlichen Glückwunsch, Jutta!
Jutta Ebeling wurde 1946 in Streitberg in Oberfranken geboren und ist in Frankfurt zur Schule gegangen. 1989 startete die Gymnasiallehrerin – sie hatte unter anderem an der Carl-Schurz-Schule Deutsch unterrichtet – ihre Karriere als hauptamtliche Stadträtin. Damals löste eine Koalition von SPD und Grünen die CDU-Mehrheit im Frankfurter Magistrat ab.
Über 23 Jahre lang war sie Dezernentin und hatte die Zuständigkeit für Schule und Bildung – ihr Kernthema. Zeitweise kamen auch multikulturelle Angelegenheiten, Umwelt und Frauen in ihren Aufgabenbereich. 2006 wählte sie die schwarz-grüne Koalition zur Bürgermeisterin – als erste Frau überhaupt in diesem Amt. Als Stellvertreterin von Petra Roth (CDU) bewies sie, dass konstruktive Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg möglich ist. 2012 schied sie schließlich aus dem hauptamtlichen Magistrat aus.
Nach der aktiven Politik ist vor dem Engagement – zumindest bei Jutta Ebeling. Sie arbeitet im Freundeskreis des Jüdischen Museums mit, sitzt im Stiftungsrat des Instituts für Sozialforschung und des Sigmund-Freud-Instituts, engagiert sich im Beirat der Heinrich-Böll-Stiftung in Hessen und im Kuratorium der Stiftung Citoyen.
Zusammen mit Boris Rhein (CDU), damals hessischer Wissenschaftsminister, setzte sie sich außerdem für die 2017 eingerichtete erste Holocaust-Professur in Deutschland ein – ein Meilenstein. 2019 berief die schwarz-grüne Landesregierung sie zur Vorstandsvorsitzenden der Hessischen Kulturstiftung.
Ebeling nimmt auch heute noch regen Anteil an der Stadtpolitik – aber nach dem Motto: „draußen ist draußen“. Ungefragt sagt sie nichts mehr. Sie wolle nicht dem Vorbild der beiden Grantler Waldorf und Statler aus der Muppet-Show nacheifern. Wenn man sie aber fragt, dann vermisst sie den Geist der Zusammenarbeit, den sie selbst gelebt hat. Die Politik sei durch das Internet und die sozialen Medien nochmals härter und schneller geworden. „Die heutigen Politiker haben es schwer. Sie haben kaum Zeit nachzudenken und sind permanent aufgefordert, sich darzustellen.“
Persönlich geht es ihr bestens. Seit fünf Jahren verzichtet sie auf ihre geliebten Zigarillos – und auch auf Alkohol. „Ich kenne mich gar nicht mehr“, sagt sie scherzhaft. Das Ergebnis: Sie ist fit, aktiv und lächelt über die runde Zahl, die sie selbst kaum fassen kann.
An diesem Samstag wird Jutta Ebeling 80 Jahre alt. Gefeiert wird mit Freundinnen und Freunden, die ihr dabei helfen, „meinen inneren Kalender mit dem äußeren kompatibel zu machen“ – so ihre charmante Formulierung. Frankfurt gratuliert einer Frau, die diese Stadt mitgeformt hat wie kaum eine andere. Alles Gute, Jutta – auf die nächsten Jahrzehnte!






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