
Straßenbaumeister Carsten Dreste arbeitet seit 43 Jahren in Frankfurt – auch im Hochsommer mit 180 Grad heißem Asphalt.
Während viele von uns bei Sommerhitze am liebsten im Schatten bleiben, steht Carsten Dreste mittendrin – auf der Baustelle, umgeben von glühendem Asphalt. Der 59-jährige Straßenbaumeister aus Frankfurt arbeitet seit 43 Jahren im Straßenbau. Sein aktuelles Revier: die Angelika-Machinek-Straße im Rebstockpark, wo auf acht Geschossen neuer Wohnraum entsteht. Dreste und sein Team von der Firma Philipp Dreste Bauunternehmung GmbH sorgen dafür, dass die Wege zwischen den Wohnblöcken stimmen. Und das bei Temperaturen, die selbst hartgesottene Frankfurter ins Schwitzen bringen.
Asphalt ist feiner Schotter, gemischt mit Bitumen – einem Abfallprodukt der Erdölverarbeitung. Wenn Rohöl erhitzt wird und Stoffe wie Benzin, Diesel oder Kerosin abdampfen, bleibt die schwarze Masse übrig. Bitumen ist ein sogenannter Thermoplast: Er wird flüssig, wenn die Temperatur steigt. Das warme Bitumen und der aufgeheizte Schotter werden gemischt und auf Temperatur gehalten. Wenn der Lastwagen den frischen Asphalt auf die Baustelle bringt, hat die Masse satte 180 Grad.
Die heiße Masse landet dann im Asphaltfertiger. Dreste stellt die Höhe der Asphaltdecke ein – damit das Wasser später sauber abläuft, muss die Höhenlage exakt stimmen. „Wenn alles klappt, hat man wenig Arbeit“, sagt der Frankfurter. Aber manchmal ist Nacharbeit gefragt: Ist die Decke zu tief, muss von Hand Asphalt aufgebracht werden. Ist sie zu hoch, kratzt das Team etwas ab. Eile ist dabei immer geboten – denn mit dem Abkühlen wird der Asphalt fest. „Bei 35 Grad im Sommer hat man eigentlich genügend Zeit“, erklärt Dreste. Im Herbst bei einstelligen Temperaturen wird’s dagegen richtig eng.
An heißen Sommertagen wird die Belastung auf der Baustelle besonders intensiv. „Bei 40 Grad ist es ja so schon schwer zu arbeiten. Und wenn man von unten noch die Hitze hat, ist es natürlich noch unangenehmer“, sagt Dreste. Seine Tipps für den Arbeitsalltag in der Hitze sind simpel, aber wirkungsvoll:
Letzteres ist für Dreste besonders wichtig: „Man weiß, dass es warm und anstrengend sein wird. Und darauf muss man sich vorher einstellen.“ Er vergleicht das mit einem Besuch in der Sauna – wer vorbereitet reingeht, kommt auch wieder raus.
An besonders heißen Tagen macht Dreste mit seinem Team auch mal früher Schluss. Da die Mitarbeiter nach Stunden bezahlt werden, ist die Firma dabei flexibel. Nach Feierabend sucht der gebürtige Frankfurter, der heute in Niederreifenberg am Feldberg wohnt, das Kühle und lässt es entspannt angehen – auf Alkohol verzichtet er dann bewusst. Richtig unangenehm wird es laut Dreste vor allem, wenn es mehrere Tage hintereinander heiß bleibt und nachts die Abkühlung ausbleibt. „Dann kann sich der Organismus schlecht erholen, das merke ich dann am nächsten Tag. Das ist dann schon anstrengend.“
Derzeit gibt es arbeitsrechtliche Regelungen für wetterbedingte Arbeitsunterbrechungen nur für den Winter. Aber mit Blick auf den Klimawandel könnte eine ähnliche Regelung auch für den Sommer nötig werden – das meint zumindest Carsten Dreste nach 43 Jahren Berufserfahrung auf Frankfurts Straßen. Ein Gedanke, der zu denken gibt – und der zeigt: Der Mann weiß, wovon er redet.
Respekt an alle, die täglich anpacken – bei jedem Wetter. Das ist der echte Sound der Weltstadt!






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