
214 Bewerbungen für den Frankfurter Magistrat: Die Satirepartei „Die Partei“ hat erneut zugeschlagen. Am 27. August werden alle Namen vorgelesen.
Was vor fünf Jahren schon für Wirbel gesorgt hat, läuft jetzt in der Neuauflage – und zwar in deutlich größerem Stil. Die Satirepartei „Die Partei“ hat erneut über soziale Medien zur Bewerbung auf Frankfurter Magistratsposten aufgerufen. Das Ergebnis? Satte 214 Bewerbungen sind eingegangen. Doppelt so viele wie beim letzten Mal!
Wie wir euch in einem früheren Beitrag berichtet haben, hatte „Die Partei“ schon zu Beginn des Bewerbungsverfahrens für Aufsehen gesorgt – mit einem eigens erstellten Bewerbungsgenerator und einer Aktion über eine Stellenausschreibungsplattform. Jetzt ist klar: Die Aktion hat gezündet. 214 Interessierte haben sich als Bürgermeisterin oder Bürgermeister, Stadträtin oder Stadtrat beworben.
Was das konkret bedeutet: Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke (CDU) muss in der Sitzung am 27. August alle 214 Namen vorlesen. So schreibt es das Verfahren vor – denn wer sich im Amtsblatt der Stadt auf ausgeschriebene Stellen bewirbt, dessen Name muss offiziell verlesen werden, bevor die Stadtverordneten abstimmen. Das kann dauern.
Vor fünf Jahren war es noch Hilime Arslaner (Grüne), die sich durch eine Liste von A wie Alina Achtziger aus Bamberg bis Ulas Sazi Zabci aus Mönchengladbach arbeiten musste – damals waren es „nur“ 102 Bewerberinnen und Bewerber. 2026 hat sich die Zahl also mehr als verdoppelt.
Echte Chancen räumt den 214 Kandidatinnen und Kandidaten niemand ein. Hinter den Kulissen ist längst alles entschieden: Die CDU soll alle offenen Posten im Magistrat besetzen. Nils Kößler ist als Bürgermeister vorgesehen. Als hauptamtliche Mitglieder des Magistrats sollen Martin-Benedikt Schäfer (zuständig für Sicherheit), Susanne Serke (Kämmerin) und Yannick Schwander (Verkehr) gewählt werden.
„Die Partei“ stört das nicht – im Gegenteil. Nico Wehnemann von „Die Partei“ macht klar, warum der Aufruf trotzdem wichtig ist: „Wir verlangen ein transparentes und demokratisches Verfahren.“ Punkt.
Ja, eigentlich schon. Seit dem vergangenen Jahr erlaubt die Hessische Gemeindeordnung, dass solche Magistratsposten gar nicht erst öffentlich ausgeschrieben werden – wenn die Stadtverordneten das so beschließen. In Frankfurt hat das niemand beantragt. Damit blieb die öffentliche Ausschreibung Pflicht, und „Die Partei“ konnte erneut zur Bewerbung aufrufen. Ein Eigentor der übrigen Fraktionen, könnte man sagen.
Am 27. August ist es soweit: Die Sitzung der Stadtverordneten steht an, Claudia Korenke liest die Namen vor – alle 214 davon – und am Ende dürften trotzdem die erwarteten CDU-Kandidaten das Rennen machen. Aber bis dahin sorgt „Die Partei“ dafür, dass der Frankfurter Römer zumindest für einen Moment richtig voll klingt. Der Sound der Weltstadt – heute mit 214 Bewerbungen im Gepäck. Jetzt reinhören, was noch alles passiert!






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