
Die wochenlang verschwundene Dienstpistole aus dem 4. Frankfurter Polizeirevier ist wieder aufgetaucht – in einer polizeilichen Liegenschaft.
Frankfurt atmet auf – zumindest ein bisschen. Die Dienstpistole, die wochenlang aus dem 4. Polizeirevier in der Gutleutstraße verschwunden war, ist wieder aufgetaucht. Ein Polizeisprecher bestätigte dem hr am Dienstag, den 25. August 2026: Die Waffe wurde in einer „polizeilichen Liegenschaft“ entdeckt. Wo genau und unter welchen Umständen – das ließ die Polizei zunächst offen. Erst sollen alle Zusammenhänge rund um das Verschwinden der Pistole geklärt werden.
Der Reihe nach: Ende Juli hatte ein Beamter der Operativen Einheit Mitte nach einer Nachtschicht seine Dienstpistole nicht ordnungsgemäß im Waffenschrank eingeschlossen – sondern einfach in seinem Büro liegen gelassen. Als später nachgeschaut wurde, war die Waffe weg. Ob sie verloren ging oder gestohlen wurde, war seitdem unklar. Ermittelt wurde in alle Richtungen, unter anderem wurde geprüft, wer sich im fraglichen Zeitraum in der Dienststelle aufgehalten hatte. Das Revier im Frankfurter Bahnhofsviertel ist schließlich nicht frei zugänglich – kein Ort, an dem einfach jeder rein- und rausspazieren kann.
Das 4. Polizeirevier in der Gutleutstraße stand in den vergangenen Wochen ohnehin verstärkt im Fokus. Wie wir in einem früheren Beitrag berichtet haben, spuckte am 23. August 2026 ein 24-Jähriger im Gutleutviertel einem Polizisten ins Gesicht – nach einer Auseinandersetzung rund um eine Sachbeschädigung und einem missachteten Platzverweis. Ein Richter ordnete daraufhin den Gewahrsam des Mannes an. Der Fall machte deutlich, wie gefährlich der Alltag für Beamtinnen und Beamte sein kann – selbst bei vermeintlich routinemäßigen Einsätzen.
Der aktuelle Fall weckt unangenehme Erinnerungen. Denn schon 2021 verschwanden aus der Asservatenkammer des Frankfurter Polizeipräsidiums mehr als 100 Waffen und Munitionsteile. Damals geriet ein Polizist in Verdacht, die Waffen gestohlen und verkauft zu haben. Die Ermittlungen wurden später eingestellt. Auch wenn der aktuelle Vorfall deutlich kleinerer Natur ist – eine einzelne Pistole statt über 100 Waffen – zeigt er, dass Nachlässigkeit im Umgang mit Dienstwaffen echte Konsequenzen haben kann.
Die Pistole ist zwar wieder da – aber viele Fragen sind noch offen. Was genau ist eine „polizeiliche Liegenschaft“? Wie kam die Waffe dorthin? Und: Hätte das alles verhindert werden können? Die Polizei verspricht, erst nach vollständiger Aufklärung aller Zusammenhänge weitere Details zu nennen. Wir bleiben für euch dran – denn Frankfurt verdient volle Transparenz. Das ist der Sound der Weltstadt, auch wenn es mal unbequem wird.






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