
Die Satirepartei „Die Partei
Wer hätte das gedacht? Mehr als 200 Menschen wollen einen der vier hauptamtlichen Magistratsposten in Frankfurt besetzen – und das alles dank einer Satirepartei! „Die Partei“ hat die Ausschreibung für einen Bürgermeister und drei Stadträte kurzerhand auf einer Kleinanzeigenbörse und einem Jobportal veröffentlicht und obendrauf noch einen Bewerbungsgenerator gebastelt. Das Ergebnis? Ein Bewerbungs-Chaos der schönsten Art – ganz im Sinne des Sounds der Weltstadt!
Die stellvertretende Frankfurter „Die Partei“-Vorsitzende Claudia Wehnemann bestätigte: Bei der Partei seien insgesamt 214 Bewerbungen eingegangen, die man dann brav per Hauspost an Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke (CDU) weitergeleitet habe. Wie viele Menschen sich zusätzlich direkt über die Online-Portale beworben haben, ist dabei noch gar nicht bekannt. Wehnemann ließ es sich nicht nehmen zu betonen: „Ich gehe davon aus, dass nun alles dafür getan wird, die offenen Posten nach Qualifikation zu besetzen.“ – Na, das klingt doch fair!
Der Vorsitzende von „Die Partei“ Frankfurt, Nico Wehnemann, zeigte sich begeistert über das riesige Interesse – und das, wie er augenzwinkernd anmerkte, „obwohl diese nur mit 130.000 Euro im Jahr vergütet werden.“ Ja, nur. Kleines Detail am Rande.
Auf das Büro von Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke kommt jedenfalls jede Menge Arbeit zu. Die Unterlagen aller Bewerberinnen und Bewerber werden in der nächsten Sitzung des Wahlvorbereitungsausschusses am 13. August geöffnet. Das Gremium tagt nicht öffentlich. Danach haben die Fraktionen bis zum 26. August Zeit, die Bewerbungen zu prüfen.
Den endgültigen Vorschlag für die Dezernentenwahlen beschließt der Wahlvorbereitungsausschuss dann am Tag der Stadtverordnetensitzung – dem 27. August. Große Überraschungen sind dabei allerdings kaum zu erwarten: Die Koalition aus CDU, Grünen und SPD hat sich gemeinsam mit dem Kooperationspartner Volt bereits darauf geeinigt, dass alle vier Posten an die CDU gehen.
Nach der Hessischen Gemeindeordnung müssen die jeweiligen Vorgänger vorher zum zweiten Mal abgewählt werden – das ist der formale Weg, den Frankfurt gehen muss.
Auch wenn die Kandidaten von „Die Partei“ wohl kaum einen der Posten ergattern werden: Alle mehr als 200 Bewerberinnen und Bewerber kommen in der Stadtparlamentssitzung zur Sprache – ihre Namen werden dort verlesen. Das dürfte ordentlich Zeit kosten! Zum Vergleich: Vor fünf Jahren waren es immerhin 20 Kandidaten für das Bürgermeisteramt und 82 für die damals zu vergebenden Stadtratsstellen gewesen. Das beste Programm im Main-Gebiet bietet eben nicht nur der Radiosender – manchmal liefert auch die Frankfurter Stadtpolitik beste Unterhaltung!






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