
Ernst Gerhardt, Frankfurts ehemaliger Stadtkämmerer, feiert seinen 105. Geburtstag – geehrt mit einem Empfang im Kaisersaal des Römers. Eine Legende Frankfurts!
105 Jahre – das ist kein gewöhnlicher Geburtstag. Und deshalb gab es für Ernst Gerhardt, den früheren Stadtkämmerer Frankfurts, auch keinen gewöhnlichen Empfang. Die Stadtgesellschaft versammelte sich im Kaisersaal des Römers, um dem CDU-Politiker die Glückwünsche zu überbringen. Ein Empfang dieser Art ist selbst für verdiente Politikerinnen und Politiker alles andere als selbstverständlich – aber 105 Jahre eben auch nicht.
Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) machte gleich zu Beginn deutlich, worum es bei diesem Treffen wirklich ging: „Wir sind heute nicht einfach zusammengekommen, um einen 105. Geburtstag nachzufeiern.“ Es gehe darum, „einen Menschen zu würdigen, der sich um Frankfurt in außergewöhnlicher Weise verdient gemacht hat.“ Starke Worte – und sie kommen von Herzen.
Ernst Gerhardt wurde 1921 in Bockenheim geboren – also direkt hier, mitten in unserer Stadt. Schon früh zeigte er Haltung: In seiner Jugend engagierte er sich in der katholischen Jugend, die von den Nationalsozialisten verboten wurde. Trotzdem hielt er den Kontakt zu anderen Mitgliedern aufrecht. Während des Zweiten Weltkriegs gehörte er der Marine an.
Politisch wurde Gerhardt in den 50er Jahren aktiv. Er trat der CDU bei und wurde 1956 erstmals in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Nur vier Jahre später, 1960, wechselte er in den hauptamtlichen Magistrat – und blieb dort bis 1989. Elf Jahre lang war er Frankfurts Kämmerer und damit verantwortlich für die Finanzen der Stadt.
Wer durch Frankfurt spaziert und das Museumsufer entlangläuft, die Ostzeile am Römerberg bewundert oder das Museum für Moderne Kunst besucht – der hat es auch Ernst Gerhardt zu verdanken. Als all diese Projekte realisiert wurden, war er derjenige, der sich um die Finanzierung kümmerte. Ohne ihn wäre Frankfurt heute vielleicht ein anderes Frankfurt.
Bürgermeister Nils Kößler (CDU) fand beim Empfang ebenfalls deutliche Worte der Anerkennung: „Wir sprechen über einen Politiker, dessen Kunst der Vermittlung über Parteigrenzen hinweg Achtung bis hin zu Bewunderung erfahren hat.“ Das sagt alles. Einer, der Brücken baut – damals wie heute ein seltenes Talent.
Der Empfang im Kaisersaal des Römers war mehr als eine Geburtstagsfeier. Es war ein klares Zeichen der Stadt Frankfurt: Wer sich über Jahrzehnte für diese Stadt einsetzt, wird nicht vergessen. Ernst Gerhardt steht für eine Generation, die Frankfurt nach dem Krieg aufgebaut und zu der weltoffenen Metropole gemacht hat, die wir heute kennen und lieben.
Wir von Radio Frankfurt sagen: Herzlichen Glückwunsch, Ernst Gerhardt! Der Sound der Weltstadt hat viele Väter – du bist einer davon. 🎉






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