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Zufalls-Model aus Dörnigheim: Sein Gesicht klebt auf Glascontainern in ganz Frankfurt

Philipp Kraft aus Dörnigheim wurde zufällig auf der Straße als Model entdeckt – jetzt klebt sein Gesicht auf Glascontainern in ganz Frankfurt für die Kampagne…

Redaktion
·
28. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Monat

Vom Tattoo-Studio direkt auf den Glascontainer

Manchmal kommt der große Auftritt einfach so – und das ganz ohne Casting. Philipp Kraft aus Dörnigheim hat nie davon geträumt, Model zu werden. Trotzdem prangt sein Gesicht seit dem Frühling auf Glascontainern im gesamten Frankfurter Stadtgebiet. Der Sound der Weltstadt steckt eben voller Überraschungen!

Der 39-Jährige betreibt seit 2015 das Tattoo-Studio „Iron Horse“ am Käthe-Jonas-Platz in Dörnigheim. Ein klassisches Model-Leben? Eher nicht sein Ding. „Ich bin niemand, der gern im Mittelpunkt steht“, sagt Kraft selbst. Und trotzdem ist er jetzt das Gesicht einer stadtweiten Kampagne.

Die „Zero Waste Frankfurt“-Kampagne – Frankfurt macht Ernst mit dem Müll

Hinter den Stickern steckt die Kampagne „Zero Waste Frankfurt“ des Umweltamts der Stadt Frankfurt. Das Ziel ist ambitioniert: Frankfurt will als eine der ersten Städte Deutschlands zur „Zero Waste City“ werden. Das bedeutet, den Restmüll pro Kopf und Jahr von derzeit 205 Kilogramm auf 120 Kilogramm zu senken – durch bessere Mülltrennung, mehr Wiederverwendung und die konsequente Reduzierung von Restabfällen. Frankfurterinnen und Frankfurter können sich außerdem beim Waste-Bewerb anmelden und an einer Verlosung teilnehmen. Alle Infos dazu gibt es unter www.zerowaste-ffm.de.

Wie alles begann: Einfach so auf der Straße angesprochen

Den Anfang nahm Krafts unerwartete Modelkarriere im vergangenen Sommer. Er stand vor seinem Tattoo-Studio, als ihn ein Mitarbeiter der Werbeagentur ansprach, die die Kampagne für Frankfurt betreut. Der Mann hatte Kraft beim Gassigehen mit seinem Hund gesehen – und genau das war gesucht: ein Model mit Hund für das Thema Biomüll.

Kraft war zunächst skeptisch. Model? Er? Doch dann dachte er: „Warum nicht? Wann bekommt man schon professionelle Fotos mit seinem Hund? Die Idee fand ich cool.“ Drei Wochen später machte er sich zusammen mit seiner englischen Bulldogge „Gladstone“ auf den Weg zur Agentur nach Frankfurt.

Fotoshooting mit Bulldogge Gladstone

Beim Shooting entstanden Fotos von Hund und Herrchen auf der Wiese – inklusive abgenagtem Knochen neben der Biotonne. Kraft dachte, damit sei der Job erledigt. Doch dann wurde er gefragt, ob noch ein paar Einzelfotos im Hof entstehen könnten, neben dem Mülleimer, mal mit Daumen hoch, mal mit Daumen runter. Er stimmte zu.

Dass seine Fotos nicht nur in einer App und als Plakatwerbung an U-Bahn-Stationen laufen würden, sondern auch auf Glascontainern in ganz Frankfurt landen würden – das hatte er schlicht nicht auf dem Schirm. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich zusätzlich in ganz Frankfurt auf Glascontainern klebe“, sagt er und lacht.

Kumpel entdeckt das Gesicht auf dem Container

Die Überraschung kam im Frühjahr: Ein Kumpel entdeckte Krafts Gesicht mit dem Slogan „Müll trennen, Rohstoffe retten“ auf einem Container im Stadtteil Bornheim – und schickte ihm direkt ein Foto. Weitere Schnappschüsse folgten. Der Dörnigheimer nimmt es gelassen. „Es ist einfach witzig“, sagt er. Schließlich habe er sein Gesicht für eine gute Sache hergegeben.

Zero Waste – kein leeres Versprechen für Kraft

Und das Thema ist ihm tatsächlich nicht egal. Regelmäßig sammelt Kraft den Müll auf dem Käthe-Jonas-Platz ein, weil er findet, dass die Stadt dort zu wenig für Sauberkeit tut. Als Tätowierer produziert er überdurchschnittlich viel Restmüll – deshalb versucht er, seinen ökologischen Fußabdruck anderswo zu reduzieren: Er lässt öfter das Auto stehen und kauft regionale Produkte.

Geblieben von der ganzen Geschichte sind eine Aufwandsentschädigung, tolle Fotos mit Bulldogge Gladstone – und ein bisschen Ruhm als Anti-Müll-Held auf Frankfurts Straßen. Das beste Programm im Main-Gebiet liefert eben nicht nur die Musik, sondern manchmal auch das echte Leben. Jetzt reinhören – und beim nächsten Glascontainer mal genauer hinschauen!

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