Frankfurt kauft das historische Petrihaus in Rödelheim und sichert damit einen einzigartigen Kulturort am Brentanopark.
Gute Nachrichten für alle Kultur-Fans im Main-Gebiet! Der Magistrat hat beschlossen, das historische Petrihaus am Rande des Brentanoparks in Rödelheim zu kaufen. Damit endet eine jahrelange Phase der Unsicherheit – und ein einzigartiger Kulturort an der Nidda bekommt eine sichere Zukunft. Das ist der Sound der Weltstadt: Frankfurt macht sich stark für seine Geschichte und seine Gemeinschaft!
Das Petrihaus ist kein gewöhnliches Gebäude. Es geht auf Georg Brentano zurück, der das Anwesen 1819 erwarb. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einem echten Treffpunkt des kulturellen Lebens. Clemens Brentano, Bettine von Arnim und Friedrich Carl von Savigny waren dort zu Gast – und sogar Johann Wolfgang von Goethe hat hier seine Aufwartung gemacht. Mehr Frankfurter Kulturgeschichte geht kaum!
Nach einem langen Leerstand hat der Förderverein, der 1998 gegründet wurde, das Petrihaus umfassend saniert und 2003 wieder zugänglich gemacht. Seitdem finden dort Konzerte, Lesungen, Führungen und museale Veranstaltungen statt. Zum Ensemble gehört außerdem das Atelierhaus Wolfgang Steubing, das zwischen 2017 und 2019 entstand und als Veranstaltungsort für rund 200 Personen dient.
Doch die wirtschaftliche Lage des Fördervereins war zuletzt angespannt. Die Corona-Pandemie und steigende Unterhaltskosten machten es dem Verein zunehmend schwer, die Verantwortung für das Ensemble dauerhaft zu tragen. Die Mitglieder stimmten Mitte Juli einstimmig für den Weg frei, den Ort an die Stadt zu übergeben.
Wolfgang Siefert (Grüne), Dezernent für Bauen, Liegenschaften und Kliniken, macht klar, warum dieser Schritt wichtig ist: „Der Kauf des Petrihauses ist eine gute Investition in unsere Stadt. Das Ensemble sei identitätsstiftend für Frankfurt, stehe für ein wichtiges Kapitel der Kulturgeschichte und sei zugleich ein lebendiger Begegnungsort für Rödelheim.“ Und weiter: „Wenn ein solcher Ort in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät, darf die Stadt nicht einfach zuschauen.“
Auch der langjährige Vereinsvorsitzende Prof. Wilhelm Bender, der den Förderverein gegründet und maßgeblich zur Rettung des Petrihauses beigetragen hat, zeigt sich dankbar: „Dieser Ort ist ein besonderer Teil meiner Heimat, der mir am Herzen liegt.“ Entscheidend sei, „dass der Ort erhalten bleibt und seine Geschichte und sein kulturelles Leben – auch dank des aktiven Fördervereins – weitergehen können“.
Die gute Nachricht: Kulturell ändert sich für die Besucherinnen und Besucher erst mal nichts – im Gegenteil! Die Vereinbarung sieht vor, dass der Förderverein das Petrihaus weiterhin nutzen darf. Und zwar so:
Parallel will die Stadt über das Amt für Bau und Immobilien einen Betreiber für das Atelierhaus suchen, der einen langfristigen und wirtschaftlich tragfähigen Veranstaltungsbetrieb ermöglicht. Verein und Betreiber sollen dabei eng zusammenarbeiten.
Der entsprechende Magistratsvortrag wird nun den Stadtverordneten vorgelegt. Erst wenn die Stadtverordnetenversammlung grünes Licht gibt, ist der Deal offiziell besiegelt. Aber die Zeichen stehen gut – und Frankfurt zeigt einmal mehr, dass es seine Kulturorte liebt und schützt. Das beste Programm im Main-Gebiet kommt eben nicht nur aus dem Radio – es lebt auch in solchen besonderen Orten wie dem Petrihaus. Wir halten euch auf dem Laufenden!






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