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WM der Rhythmischen Sportgymnastik in Frankfurt: Ausverkauft – aber 500 Kinder warten vergeblich

Die Rhythmische Sportgymnastik-WM in Frankfurt ist ausverkauft – doch 500 Kinder warten vergeblich auf einen Trainingsplatz.

Redaktion
·
11. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 29 Minuten

Frankfurt schreibt Sportgeschichte – und platzt aus allen Nähten

Vom 12. bis 16. August verwandelt sich Frankfurts Festhalle in den Mittelpunkt der Sportwelt: Die Weltmeisterschaft der Rhythmischen Sportgymnastik findet bei uns statt – und der Hype ist riesig! Rund 20.000 Tickets wurden insgesamt abgesetzt, die Finals sind längst ausverkauft. Schon Mitte Juli waren allein für den ersten Qualifikationstag 2.700 Tickets weg. Das ist der Sound der Weltstadt!

Knapp 300 Athletinnen aus aller Welt kämpfen in der Festhalle um WM-Medaillen. Torsten Hartmann, Pressesprecher des Deutschen Turner-Bundes (DTB), der die WM ausrichtet, zeigt sich begeistert: „Das ist erstaunlich, in der Qualifikation sind sonst meist nur Freunde und Verwandte dabei.“ Übrigens: 88 Prozent des Publikums sind weiblich und sehr jung – die Sportart zieht eine ganz besondere Community an.

Stars, Gala und Nachwuchsförderung

Rund um die Wettkämpfe gibt es noch mehr zu erleben: Eine große Gala wird weitere Highlights bieten, bei der auch die 26-malige deutsche Meisterin Magdalena Brzeska auftreten wird. Außerdem hat der DTB ein Trainingscamp in Frankfurt organisiert, bei dem 52 ambitionierte Nachwuchssportlerinnen wertvolle Tipps bekommen – und gemeinsam die WM-Wettkämpfe live erleben dürfen. „So eine WM machen wir natürlich, um den Sport zu stärken“, sagt Hartmann.

Auch Frankfurts eigene Rhythmische Sportgymnastik kann sich sehen lassen: Eintracht Frankfurt – der einzige Verein in der Stadt, der diese Sportart überhaupt anbietet – holte bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in der Altersklasse 11 bis 15 Jahren Mitte Mai zwei Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille. Eintracht-Trainerin Aliya Garayeva, die für Aserbaidschan 2011 WM-Bronze gewann, ist sogar offizielle Botschafterin der Titelkämpfe.

Das bittere Problem: Kein Platz für 500 Kinder

Und genau hier wird’s ernst. Denn trotz all der Begeisterung droht die WM für Frankfurter Kinder zur Frustration zu werden. Eintracht-Abteilungsleiterin Rike Goldbeck-Keitel bringt es auf den Punkt: „Ich habe 500 Kinder auf der Warteliste und nach der WM ist die Tendenz vermutlich steigend. Das ist leider tragisch und wir würden es gerne ändern, wenn wir die infrastrukturellen Möglichkeiten hätten.“

Das Problem ist simpel – aber schwer zu lösen: Rhythmische Sportgymnastik braucht Hallen mit mindestens zehn Metern Deckenhöhe. Solche Flächen sind in Frankfurt extrem rar. Frankfurt hat zwar 75 Turnvereine mit 78.000 Mitgliedern, aber nur einen einzigen, der Rhythmische Sportgymnastik anbietet – eben Eintracht Frankfurt, mit derzeit rund 100 aktiven Mädchen in der Abteilung.

Kapazitäten von der großen Turnabteilung der Eintracht – die stolze 5.000 Mitglieder zählt – abzuzweigen, ist auch keine Option: Dort warten bereits 2.000 Kinder auf einen Platz. Viele der Ausweichhallen wären für Keulen und Bälle in die Luft schleudern schlicht nicht geeignet.

Sogar die Festhalle zeigt die Grenzen

Wie raumgreifend die Sportart ist, zeigt sich auch bei der WM selbst: Bei den Finals in der Festhalle wird bereits bei 3.700 Zuschauern ausverkauft sein – weil ein Teil der Halle als Einturnfläche abgesperrt werden muss. Die Trainingsarena in Messehalle 3 mit zwölf Trainingsflächen ist zu weit entfernt, das Einturnen muss unmittelbar vor dem Wettkampf stattfinden.

Frankfurt erlebt also gerade ein sportliches Highlight der Extraklasse – aber die Stadt stößt gleichzeitig an ihre Grenzen. Die WM ist ein Riesenfest, ein Zeichen dafür, wie beliebt die Sportart geworden ist. Doch solange geeignete Hallen fehlen, werden hunderte begeisterte Kinder draußen bleiben müssen. Das muss sich ändern – Frankfurt verdient das beste Angebot für seinen sportbegeisterten Nachwuchs!

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