
IG Metall weitet Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie aus: Forderungen, Arbeitgeber-Angebot und Hintergründe zur Tarifrunde im Überblick.
Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie spitzt sich zu! Wie ZDFheute berichtet, hat die IG Metall in der Nacht auf Sonntag mit den angekündigten Warnstreiks begonnen. Betroffen ist der Kern der deutschen Industrie – Auto, Maschinenbau, Elektro und Metallverarbeitung. Rund 3,7 Millionen Beschäftigte hängen an dieser Tarifrunde, und bisher konnten sich IG Metall und Arbeitgeber in zwei Verhandlungsrunden nicht einigen.
Den Anfang machte laut ZDFheute eine Kundgebung mit rund 300 Beschäftigten in Hildesheim, vor dem Werk des Automobilzulieferers KSM Castings. Mit dem Ende der Friedenspflicht um Mitternacht fiel dort das Startsignal für die Arbeitsniederlegungen, teilte der Gewerkschaftsbezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit. IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger wird mit den Worten zitiert, die Arbeitgeber hätten versucht, die Beschäftigten „mit Mini-Prozenten abzuspeisen“. Für die kommende Woche sind laut ZDFheute bundesweit größere Demonstrationen geplant – wie massiv und wie lange gestreikt wird, ist noch nicht genau absehbar.
Die IG Metall fordert laut ZDFheute fünf Prozent mehr Geld für Beschäftigte und Auszubildende bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, außerdem eine soziale Komponente für niedrigere Entgeltgruppen sowie eine Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen. Auch die Sicherung von Arbeitsplätzen soll Thema sein.
Die Arbeitgeberseite bietet dagegen deutlich weniger: eine Einmalzahlung von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoeinkommens im Juli 2027 sowie eine dauerhafte Lohnerhöhung um 1,3 Prozent ab Juli 2028, bei einer Laufzeit bis Ende 2028. IG-Metall-Vorstandsmitglied André Arenz nannte das Angebot laut ZDFheute ein „Minus-Angebot mit Reallohnverlusten“ und erklärte: „Verzicht rettet keinen Beschäftigten, keinen Standort und erst recht nicht die Konjunktur.“
Ein Warnstreik ist eine befristete Arbeitsniederlegung während laufender Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft kann ihn ausrufen, ohne vorher eine Urabstimmung durchzuführen – wichtig ist nur, dass keine Friedenspflicht mehr besteht. Ein unbefristeter Streik dagegen braucht laut IG-Metall-Satzung eine Urabstimmung, bei der sich mindestens 75 Prozent der Mitglieder dafür aussprechen müssen. Zuletzt wurde in der Metall- und Elektroindustrie regulär im Jahr 2002 in Baden-Württemberg und Berlin-Brandenburg gestreikt, wie ZDFheute unter Berufung auf dpa festhält.
Nach den ersten Mitternachtsaktionen und kleineren Ausständen am Sonntag sollen die Warnstreiks in der kommenden Woche ausgeweitet werden. Für die Beschäftigten im Rhein-Main-Gebiet, wo die Metall- und Elektrobranche ebenfalls viele Menschen beschäftigt, dürfte die Tarifrunde also auch vor Ort spürbar werden. Wir bleiben für euch am Ball und halten euch auf dem Laufenden – Radio Frankfurt, der Sound der Weltstadt!






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