
Hessen hat die Waldbrand-Alarmstufe A ausgerufen: 100 Brände seit Jahresbeginn, historische Trockenheit im Juli und höchste Gefahrenstufe in Teilen des Landes.
Die Lage ist ernst. Hessens Wälder stehen unter extremem Stress – und die Feuerwehren schlagen Alarm. Seit Jahresbeginn hat es in Hessen bereits rund 100 Mal in den Wäldern gebrannt. Betroffen war eine Fläche von rund 165.000 Quadratmetern, das entspricht ungefähr 23 Fußballfeldern. Und ein Ende der Gefahr ist nicht in Sicht.
Am Montag, dem 3. August, hat das Hessische Umweltministerium die Alarmstufe A für die Forstverwaltung ausgerufen. Das bedeutet: fortgesetzt hohe Waldbrandgefahr im gesamten Bundesland. Auslöser ist die anhaltende Trockenheit – kombiniert mit sommerlichen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung.
Zahlen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) machen das ganze Ausmaß deutlich: Im Juli fielen in Hessen nach vorläufigen Daten lediglich 14 Liter Regen pro Quadratmeter – ein historischer Tiefstand im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990. Bodenvegetation, Reisig, Kronenrestholz und abgestorbene Bäume sind inzwischen so stark ausgetrocknet, dass sie sich leicht entzünden können.
Der DWD verzeichnet derzeit die höchste Gefahrenstufe 5 in Gründau-Breitenborn im Main-Kinzig-Kreis. Aber auch in Schaafheim im Kreis Darmstadt-Dieburg erwartet der DWD für die kommenden Tage ein hohes Waldbrandrisiko. Nur an wenigen Orten in Hessen ist die Gefahr aktuell gering.
Die Worte von André Reining, Gemeindebrandinspektor der Feuerwehr Schaafheim, bringen es auf den Punkt: „Derzeit ist nicht die Frage, ob uns ein Wald- und Vegetationsbrandereignis trifft, sondern wann.“ Der Einsatz bei solchen Bränden sei für die Kräfte körperlich besonders fordernd – auch mit leichter Schutzkleidung und guter Ausrüstung lasse sich die Belastung nur begrenzt mindern.
Dass die Gefahr keine abstrakte ist, zeigen aktuelle Ereignisse: In der Nacht zu Mittwoch, dem 5. August, kam es in Hanau-Großauheim gleich zu mehreren Feuern auf fast 5.000 Quadratmetern. Bereits am Dienstag zuvor hatte ein Brand im Stadtwald in Gernsheim-Allmendfeld im Kreis Groß-Gerau die Feuerwehr auf den Plan gerufen.
Mit der ausgerufenen Alarmstufe A werden besonders gefährdete Waldbereiche verstärkt überwacht. Die Forstverwaltung hält ihre technische Einsatzbereitschaft vor und intensiviert den Austausch mit den örtlichen Brandschutzdienststellen. Außerdem kann es in gefährdeten Gebieten zur Schließung von Grillplätzen und im Einzelfall zur vorübergehenden Sperrung von Waldwegen kommen.
Die noch höhere Alarmstufe B – bei der auch flächendeckende Sperrungen möglich wären – ist derzeit nicht ausgerufen.
Das Forstministerium bittet alle Waldspaziergänger und Freizeitsportler um besondere Vorsicht. Hier die wichtigsten Regeln auf einen Blick:
Die Lage in Hessens Wäldern ist ernst – und sie kann sich jederzeit weiter zuspitzen. Bleibt wachsam, haltet euch an die Regeln und schützt damit nicht nur den Wald, sondern auch euch und die Einsatzkräfte. Weitere Infos gibt es beim Hessischen Umweltministerium unter landwirtschaft.hessen.de.






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