
Die Ausstellung „Trotzdem da!
Frankfurt hat eine bewegende Ausstellung zu bieten, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet! Der Geschichtsort Adlerwerke und die Gedenkstätte Breitenau bringen gemeinsam die Wanderausstellung „Trotzdem da! Kinder aus verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiterinnen“ nach Hessen. Ein Stück Geschichte, das lange im Verborgenen lag – und das jetzt endlich sichtbar gemacht wird.
Während der Zeit des Nationalsozialismus waren freundschaftliche und intime Kontakte zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiterinnen unerwünscht – zum Teil sogar streng verboten. Doch trotz all dieser Verbote entstanden sie: Kinder, die aus genau solchen Beziehungen hervorgegangen sind. Ihre Geschichten wurden über Jahrzehnte tabuisiert, totgeschwiegen, verdrängt.
Die Gedenkstätte Lager Sandbostel in Niedersachsen hat 2023 das Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Trotzdem da“ ins Leben gerufen – mit einem klaren Ziel: Diese Kinder und ihre Erinnerungen sichtbar zu machen. Und das gelingt eindrucksvoll. Im Rahmen des Projektes konnten mehr als 20 Betroffene für die Mitarbeit gewonnen werden. Sie haben ihre persönlichen Erinnerungen, Dokumente und Fotos zur Verfügung gestellt und damit die entscheidende Grundlage für diese Wanderausstellung geschaffen.
Was diese Ausstellung so besonders macht? Sie zeigt keine abstrakten Zahlen oder trockene Fakten – sie erzählt von echten Menschen, echten Schicksalen, echten Familien. Mehr als 20 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen haben den Mut gehabt, ihre Lebensgeschichten zu teilen. Das ist keine leichte Entscheidung, wenn man bedenkt, wie lange dieses Thema gesellschaftlich tabu war.
Genau deshalb ist es so wichtig, dass diese Ausstellung jetzt ihren Weg nach Frankfurt gefunden hat – in den Geschichtsort Adlerwerke, einem Ort, der selbst untrennbar mit der Geschichte der Zwangsarbeit verbunden ist. Hier, an diesem geschichtsträchtigen Ort, bekommt die Ausstellung eine ganz besondere Tiefe und Bedeutung.
Der Geschichtsort Adlerwerke in Frankfurt ist kein zufällig gewählter Veranstaltungsort. Das frühere Industriegelände steht selbst für ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte. Dass genau hier nun die Schicksale von Kindern aus verbotenen Beziehungen erzählt werden, ist nicht nur passend – es ist bedeutsam. Frankfurt zeigt damit einmal mehr, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zum Selbstverständnis dieser Stadt gehört.
Ob ihr euch für Geschichte interessiert, ob ihr Schulklassen auf der Suche nach einem eindrucksvollen Ausflugsziel seid oder ob ihr einfach verstehen wollt, welche Schicksale hinter den Verboten des NS-Regimes steckten – diese Ausstellung ist ein Muss. Der Geschichtsort Adlerwerke und die Gedenkstätte Breitenau machen gemeinsam Geschichte erlebbar. Das ist der Sound einer Stadt, die ihre Wurzeln kennt und nicht vergisst.
Schaut vorbei, hört hin und lasst euch berühren – denn diese Geschichten verdienen es, gehört zu werden. Das beste Programm im Main-Gebiet schließt eben auch Momente ein, die nachdenklich machen.






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