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„trotzdem da!

Die Ausstellung „trotzdem da!

Redaktion
·
20. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 12 Stunden

Ein Satz, der bleibt – und eine Ausstellung, die bewegt

„Wäre der Krieg nicht gewesen, wärst du nicht da.“ Dieser Satz trifft mitten ins Herz – und er steht stellvertretend für ein Kapitel der deutschen Geschichte, über das viel zu lange geschwiegen wurde. In Frankfurt öffnet jetzt die Wanderausstellung „trotzdem da!“ ihre Türen und rückt Menschen in den Mittelpunkt, die aus sogenannten „verbotenen Beziehungen“ zwischen Zwangsarbeitern und Einheimischen hervorgegangen sind. Der Ausstellungsort ist dabei kein zufällig gewählter: Die Adlerwerke in Frankfurt sind ein geschichtsträchtiger Gedächtnisort – und genau der richtige Platz für eine Ausstellung, die verdrängte Wahrheiten ans Licht bringt.

Stimmen, die brachen – Schmerz, der bis heute nachwirkt

Zur Eröffnung war Detlef Klingenhäger persönlich anwesend. Er ist eines jener Kinder, die aus einer von den Nationalsozialisten als „verbotene Beziehung“ bezeichneten Verbindung stammen – sein Vater war ein polnischer Zwangsarbeiter. Als er vor dem Publikum sprach, brach ihm die Stimme. Seine Tränen machten deutlicher als jede Geschichtsstunde, dass der Schmerz von damals nicht einfach verschwunden ist.

„Man fragte nicht, man schwieg“, beschreibt Klingenhäger die bleierne Atmosphäre der Nachkriegszeit. Dieses Schweigen war keine Ausnahme – es war die Regel. Ganze Familiengeschichten wurden unter den Tisch gekehrt, Herkunft verschwiegen, Identitäten versteckt. Die Ausstellung „trotzdem da!“ bricht genau dieses Schweigen – laut, eindrücklich und mit echten Gesichtern hinter den Geschichten.

Was die Ausstellung zeigt

„trotzdem da!“ ist eine Wanderausstellung, die sich den Kindern widmet, die aus „verbotenen Beziehungen“ zwischen Zwangsarbeitern und Einheimischen während der NS-Zeit entstammen. Sie zeigt, wie stark das politische System der Nationalsozialisten in das intimste Leben der Menschen eingegriffen hat – und welche Spuren das bis in die heutige Generation hinterlässt. Zu sehen ist die Ausstellung aktuell im Geschichtsort Adlerwerke in Frankfurt.

Diese Art von Erinnerungsarbeit ist wichtig – besonders für eine Stadt wie Frankfurt, die als internationale Metropole auch eine vielschichtige, nicht immer einfache Geschichte trägt. Der Sound der Weltstadt beinhaltet eben auch die leisen Töne, die Tränen bei einer Ausstellungseröffnung, die Sätze von Müttern an ihre Kinder, die ohne den Krieg nie auf der Welt gewesen wären.

Geschichte, die uns alle angeht

Ausstellungen wie „trotzdem da!“ erinnern uns daran, dass Geschichte keine abstrakte Angelegenheit ist – sie steckt in echten Menschen, in echten Familien, in echten Schmerzen. Detlef Klingenhäger und alle anderen Betroffenen, die ihre Geschichten teilen, leisten damit etwas Unschätzbares: Sie verhindern, dass das Unrecht in Vergessenheit gerät.

Wenn ihr in Frankfurt unterwegs seid, schaut unbedingt vorbei. Diese Ausstellung geht unter die Haut – und das ist genau richtig so.

Quellen


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