
130 Aktivisten radeln bei der Tour de Natur von Frankfurt nach Erfurt – gegen den zehnspurigen Ausbau der A5 und für mehr S-Bahn und Radschnellwege.
Zwei Wochen, rund 130 Menschen und eine klare Botschaft: Die Tour de Natur macht mit ihrer Fahrradtour von Frankfurt nach Erfurt mächtig auf sich aufmerksam. Der Start war am Samstag in Frankfurt am Main – das Finale folgt am Sonntag, 9. August, in Erfurt. Und unterwegs geht es nicht nur ums Radeln: Die Initiative setzt ein deutliches Zeichen gegen den geplanten zehnspurigen Ausbau der Autobahn 5.
Eine der Etappen führte die Gruppe durch Bad Nauheim. Auf der Kiespromenade nahe des Platzes der Kinderrechte – schräg gegenüber des Aliceplatzes – legte die Gruppe eine rund 45-minütige Pause ein. Liedermacher Erik Stenzel sang, die Gruppe stimmte gemeinsam Lieder an, und es gab Wortbeiträge. Bad Nauheim war die zweite Etappe der Tour, wo die Aktivisten sogar zwei Tage lang blieben. Quartier machten sie in der Freien Waldorfschule.
Neben dem Protest gab es auch inhaltliches Programm: Die Teilnehmer hielten Workshops ab und gingen auf Exkursionen – zum Beispiel zu den Eisenbahnfreunden Wetterau und zum Weltacker in Friedberg. Die Stadt Bad Nauheim war zur Tour eingeladen, allerdings war urlaubsbedingt kein Vertreter aus dem Rathaus vor Ort.
Was die Aktivisten antreibt, bringt Pressesprecherin Susanne Timm auf den Punkt: „Wenn man eine nachhaltige Mobilität hinbekommen will, kann man nicht die Autobahn ausbauen, sondern muss den Menschen Alternativen anbieten.“ Konkret fordert die Tour de Natur den schnelleren Ausbau der S-Bahn und von Radschnellwegen. Ein Radschnellweg sei zwar in Arbeit – aber solche Projekte bräuchten immer sehr lange. „Man müsste schauen, dass man die Alternativen verstärkt ausbaut“, so Timm.
Klimaaktivist Wolfgang Schuch legte noch einen drauf: Wer eine Verkehrswende wolle, dürfe keine extra Anreize für den Autoverkehr schaffen. Das sei, als halte man Kindern Süßigkeiten hin, obwohl man sie gesund ernähren wolle. Ein starkes Bild – und ein starkes Argument.
Nach dem Halt in Bad Nauheim radelten die Teilnehmer weiter nach Butzbach – und abends dann nach Gießen, mit einem Stopp an der Ostanlage. Dort war auch der gescheiterte Verkehrsversuch auf dem Anlagenring ein Thema. Übrigens: Das ursprüngliche Ziel, über die Autobahn nach Gießen zu radeln, wurde kurzfristig gerichtlich gestoppt.
Die Tour de Natur zeigt: Der Widerstand gegen den A5-Ausbau rollt – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Zwei Räder statt zehn Spuren. Bleibt gespannt, was die nächsten Etappen bis Erfurt noch bringen!






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