
Das Ausflugslokal „Terminal 4
Alle reden vom Terminal 3 – dem neuen Glanzstück am Frankfurter Flughafen. Aber habt ihr schon mal vom Terminal 4 gehört? Das klingt nach Abflugtafel, Sicherheitskontrolle und Rolltreppe. In Wirklichkeit wartet dort ein rustikales Holzhaus mit Biergarten, kühlem Apfelwein und Currywurst. Willkommen in Zeppelinheim – dem vielleicht witzigsten Ausflugsziel rund um Frankfurt!
Das Ausflugslokal „Terminal 4″ liegt am Rande von Zeppelinheim, unweit des S-Bahnhofs an der Linie zwischen Mannheim und Frankfurt – und damit tatsächlich in Sichtweite des echten Flughafengeländes. Kein Wunder also, dass Google-Nutzer schon völlig verwirrt ihre Rezensionen hinterlassen haben. Inhaberin Kerstin Brand (55) lacht darüber: „Bei den Google-Rezensionen haben sich Leute beschwert, dass die Rolltreppen nicht funktionieren.“ Tja – Rolltreppen gibt’s hier keine, dafür jede Menge Schatten und ein richtig gutes Schnitzel mit Grüner Soße!
Der Fleck, auf dem das Terminal 4 heute steht, hat eine faszinierende Vergangenheit. Im südlichen Teil des Flughafengeländes befand sich von 1945 bis 2005 die Rhein-Main-Air-Base – der größte militärische Stützpunkt der Amerikaner außerhalb der USA. Schon 1949 gab es an dieser Stelle einen kleinen Kiosk, den ersten seiner Art in Zeppelinheim. Später veranstalteten die US-Streitkräfte dort sogar Rodeos in ihrer Recreation Area.
1984 wurde an diesem historischen Ort ein richtiges Ausflugslokal eröffnet – damals noch unter dem Namen „Bratwurst-Lady“, später „Zeppelinheimer Eck“ und dann „Zur Waldhütte“. 2006 brannte die Waldhütte durch einen wahrscheinlich technischen Defekt komplett ab. Zwei Jahre später übernahmen Kerstin Brand und ihr Partner Werner Klein das Ruder und bauten neu. Und weil die Pläne zum Terminal 3 da schon längst bekannt waren, lag der Name auf der Hand: „Da lag es einfach nah, dass wir uns Terminal 4 nennen“, sagt Brand und schmunzelt.
An Wochenenden und vor Eintracht-Spielen ist die Bude rappelvoll – und das zu Recht! Die Speisekarte macht einfach Hunger:
Kurz gesagt: Frankfurt auf dem Teller, unter freiem Himmel und mit echtem Wohlfühlfaktor.
Von Sachsenhausen aus lässt sich das Terminal 4 entspannt per Fahrrad in etwa einer Dreiviertelstunde erreichen – übers Königsbrünnchen und das Stadtwaldhaus Richtung Neu-Isenburg, dann weiter Richtung S-Bahnhof und via Industriegebiet zurück in den Stadtwald, parallel zur B 44 bis nach Zeppelinheim.
Die Adresse: Flughafenstraße 1a, Zeppelinheim. Geöffnet ist mittwochs und donnerstags von 11.30 bis 21 Uhr sowie freitags bis sonntags von 11.30 bis 18 Uhr.
Wer nach dem Essen noch Lust auf einen Spaziergang hat, sollte unbedingt die Flughafen-Aussichtsplattform am Rande der Autobahn ansteuern – nur rund 900 Meter von der Gaststätte entfernt, durch die Bahnunterführung und geradeaus. Dort trefft ihr Flugzeugfans, die stundenlang Maschinen beim Landen und Starten beobachten. Und auf einer Schautafel zum 75-jährigen Bestehen von Zeppelinheim erfahrt ihr alles über die Luftschiffe, die in den späten 1930er Jahren vom Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main abhoben – bevor das Unglück des Luftschiffs Hindenburg im Mai 1937 in Lakehurst (New Jersey, USA) dieser Ära ein jähes Ende setzte. Das Zeppelin-Museum in der Kapitän-Lehmann-Straße 2 ist ebenfalls nur ein paar Straßen entfernt.
Also: Schwingt euch aufs Rad, genießt den Sound der Weltstadt im Stadtwald – und checkt ins echte Terminal 4 ein. Rolltreppen gibt’s keine. Dafür den besten Apfelwein weit und breit!






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