
Der Tankrabatt endet am 31.12. – droht Sprit ab Januar wieder 17 Cent teurer zu werden? Alles zum geplanten Spritpreisdeckel und was er für Autofahrer bedeutet.
Liebe Frankfurter Autofahrer, aufgepasst: Zum 31. Dezember endet der Tankrabatt – und damit könnte es an den Zapfsäulen in der Main-Metropole wieder richtig teuer werden! Seit dem 1. Oktober 2026 gilt in Deutschland eine vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Die Entlastung liegt inklusive Mehrwertsteuer bei rund 17 Cent pro Liter. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern macht das immerhin 8,50 Euro aus – also ordentlich Kohle, die aktuell noch im Portemonnaie bleibt.
Doch Schluss ist Schluss: Eine Verlängerung ist wegen der angespannten Haushaltslage aktuell nicht vorgesehen. Ab Januar gelten wieder die regulären Energiesteuersätze. Fällt die Entlastung weg und geben die Mineralölunternehmen die höhere Steuer komplett weiter, könnten Sprit und Diesel rechnerisch um die besagten 17 Cent pro Liter teurer werden. Ob es wirklich so kommt, steht allerdings in den Sternen – schließlich spielen auch Rohölpreise, Wechselkurse und die Margen der Mineralölkonzerne eine Rolle.
Die schwarz-rote Bundesregierung hatte sich eigentlich vorgenommen, den Tankrabatt durch einen Spritpreisdeckel zu ersetzen – nach dem Vorbild von Belgien und Luxemburg, wo der Staat regelmäßig Höchstpreise für Kraftstoffe festlegt. Anfang November hat das Bundeswirtschaftsministerium von Katherina Reiche (CDU) einen ersten Gesetzentwurf vorgelegt. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten, ist aber mit deutlich strengeren Voraussetzungen verbunden als ein simpler Preisdeckel.
Wie das „Handelsblatt“ und „Politico“ übereinstimmend berichten, würde ein Höchstpreis erst dann aktiviert, wenn die Preise für Benzin und Diesel drei Wochen in Folge jeweils mehr als fünf Prozentpunkte über dem EU-weiten Durchschnitt liegen. Die Markttransparenzstelle beim Bundeskartellamt soll das wöchentlich prüfen – erstmals auf Basis der Daten der zweiten vollständigen Januarwoche. Für Benzin und Diesel wäre jeweils ein eigener Höchstpreis geplant.
Selbst wenn diese Bedingung erfüllt ist, greift der Deckel nicht automatisch – die Bundesregierung müsste ihn zunächst per Verordnung aktivieren. Für uns Autofahrer heißt das: Auch bei kräftig steigenden Preisen Anfang Januar gibt es keine Garantie auf schnelle Entlastung. Die Maßnahme soll laut Entwurf zudem auf maximal drei Monate befristet sein und könnte bei einer Gefährdung der Kraftstoffversorgung sogar ausgesetzt werden. Auch regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern sind möglich – Länder sollen laut „Politico“ sogar für einzelne Landkreise vom bundesweiten Höchstpreis abweichen dürfen, nach oben wie nach unten.
Wie hoch die erlaubten Höchstpreise am Ende tatsächlich ausfallen, ist bislang offen – eine konkrete Berechnungsformel fehlt noch. Laut Stuttgarter Zeitung will die Bundesregierung dazu Gespräche mit der Mineralölwirtschaft führen. Das Problem dabei: Die Branche verweigert laut „Politico“ bislang die Mitarbeit, weil eine Abstimmung zwischen Verbänden und Unternehmen als unzulässige Preisabsprache gewertet werden könnte.
Auch innerhalb der Koalition gibt es Zoff. Die SPD kritisiert die hohen Hürden für einen staatlichen Eingriff – der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Roloff, fordert Nachbesserungen und eine Entlastung, die kurzfristig wirkt. Wirtschaftsministerin Reiche hatte dagegen vor möglichen Folgen einer Preisbegrenzung für Raffinerien und die Versorgungssicherheit gewarnt. Bei Verstößen gegen den künftigen Deckel drohen übrigens happige Bußgelder: bis zu 100.000 Euro für Tankstellenbetreiber, bis zu 500.000 Euro für Verantwortliche in Unternehmen, die Preise vorgeben.
Einen weiteren Tankrabatt schließt der Entwurf wegen der Haushaltslage aus. Auch eine Übergewinnsteuer, wie sie Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf EU-Ebene fordert, sei laut Entwurf kurzfristig nicht umsetzbar. Neben dem Spritpreisdeckel prüft die Bundesregierung laut Stuttgarter Zeitung zudem gezielte finanzielle Hilfen für Haushalte, die besonders unter hohen Energiepreisen leiden – wann solche Hilfen tatsächlich fließen, ist aber noch völlig offen.
Fakt ist: Zum Jahreswechsel besteht ein echtes Risiko steigender Spritpreise. Die steuerliche Entlastung läuft definitiv aus, der geplante Preisdeckel steht aber noch lange nicht fest. Der Gesetzentwurf befindet sich laut „Handelsblatt“ in einem „äußerst frühen Stadium“ der Abstimmung innerhalb der Bundesregierung. Also, liebe Frankfurter: Augen auf an der Zapfsäule zum Jahreswechsel – und bleibt dran, wir halten euch auf dem Laufenden! Das beste Programm im Main-Gebiet gibt’s natürlich weiterhin bei uns. Jetzt reinhören!






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