
Tankrabatt seit Oktober 2026: Der Bundesrat billigte die Steuersenkung, doch Ifo, DIW und ADAC sehen Lücken bei der Weitergabe an der Zapfsäule.
Seit dem 1. Oktober 2026 gibt’s wieder günstigeren Sprit – zumindest auf dem Papier! Der Bundesrat hat den Tankrabatt durchgewunken, nachdem der Bundestag das Gesetz kurz zuvor beschlossen hatte. Klingt erstmal nach guten News für alle, die in und um Frankfurt jeden Tag ins Auto steigen müssen. Aber wie immer steckt der Teufel im Detail – und genau den schauen wir uns jetzt mal an.
Die Energiesteuer auf Diesel und Benzin wird um jeweils 14,04 Cent je Liter gesenkt. Rechnet man den Umsatzsteueranteil mit ein, ergibt sich laut Bundesrat eine mögliche Entlastung von bis zu 17 Cent brutto pro Liter. Die Maßnahme gilt befristet vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026. Begründet wurde der erneute Tankrabatt mit den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges, die sich vor allem in gestiegenen Kraftstoffpreisen zeigten. Nach Angaben der Bundesregierung sollen Verbraucherinnen, Verbraucher und die Wirtschaft dadurch insgesamt um rund 2,5 Milliarden Euro entlastet werden – getragen gemeinsam von Bund und Ländern.
Wichtig zu wissen: Eine gesetzliche Pflicht zur vollständigen Weitergabe des Steuervorteils gibt es nicht. Ob und wie viel an der Zapfsäule tatsächlich ankommt, entscheiden die Mineralölunternehmen und Tankstellenbetreiber selbst mit ihrer Preisgestaltung.
Und genau hier wird’s spannend. Laut dpa-AFX kommt der Tankrabatt zwei Wochen nach seinem Start nach Einschätzung von Wirtschaftswissenschaftlern nicht vollständig bei den Verbrauchern an. Tomaso Duso vom DIW hat ausgerechnet, dass nur rund zwei Drittel der Steuersenkung von 16,7 Cent tatsächlich weitergegeben wurden. Seine Erklärung: Seit dem 1. Oktober sind die Preise in Deutschland im Schnitt um 10 bis 11 Cent je Liter stärker gesunken als in Frankreich, wo es gar keinen Rabatt gibt. Und die Weitergabe lässt offenbar nach – seit dem 8. Oktober liege sie im Schnitt nur noch bei 9 Cent.
Das Ifo-Institut kommt auf etwas höhere Werte: Zwischen dem 7. und 13. Oktober wurden bei Super E10 13 Cent, bei E5 14,7 Cent und bei Diesel 13,5 Cent weitergegeben. Trotzdem bleibt auch hier eine Lücke zu den vollen 16,7 Cent. Auch der ADAC beobachtet eine unvollständige und schrumpfende Weitergabe und fordert, die Steuersenkung komplett an die Fahrerinnen und Fahrer durchzureichen.
Selbst das Bundeskartellamt sieht Defizite. Präsident Andreas Mundt erklärt, die bisherigen Auswertungen würden darauf hindeuten, dass die Weitergabe schon auf Ebene der Raffinerien und des Großhandels zwar weitgehend, aber nicht ganz vollständig erfolgt sei. Bei Benzin sei die Lücke etwas größer als bei Diesel. Für eine abschließende Bewertung sei es aber noch zu früh.
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) widerspricht dem Ganzen klar: Die Steuersenkung werde von den Mitgliedsunternehmen und Markentankstellen voll weitergegeben. Als Argument wird angeführt, dass die Weltmarktpreise für Kraftstoffe sich permanent bewegen – der internationale Produktpreis für Super E10 sei seit dem 30. September um rund 5 Cent je Liter gestiegen, was sich auch im Einkauf niederschlage.
Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Mittwoch 2,146 Euro – gut drei Cent teurer als am ersten Tag des Tankrabatts. Diesel lag bei 2,255 Euro pro Liter und damit minimal billiger als zum Start. Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland trotz Rabatt eher teuer: Laut Daten der EU-Kommission lag der deutsche E10-Preis auch mit Tankrabatt auf Platz vier der teuersten Länder in der EU – deutlich hinter Dänemark, den Niederlanden und Finnland. Immerhin: Ende September lag Deutschland bei E10 noch auf Platz drei, der Rabatt zeigt also durchaus Wirkung.
Der Tankrabatt bringt definitiv was – aber eben nicht die vollen 17 Cent, die theoretisch drin wären. Wer in Frankfurt und Umgebung tanken muss, fährt am besten mit einem Preisvergleich vorher. Das beste Programm im Main-Gebiet gibt’s natürlich weiterhin bei uns – und auch beim Thema Spritpreise bleiben wir für euch dran!






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.