
Fellaws Kingdom rocken das Stoffel-Festival im Günthersburgpark mit ihrem selbst erfundenen Genre „Super Ska
Sommer, Bühne, Günthersburgpark: Das Stoffel-Festival läuft wieder – und das bereits zum 23. Mal! Das Stalburg-Theater richtet das kostenlose Open-Air-Event aus, das noch bis zum 18. August geht. Hunderte Frankfurter aller Altersgruppen zieht es auf die Wiese vor die Bühne, Decken ausgebreitet, Klappstuhl aufgestellt, Apfelwein in der Hand. Klingt nach dem perfekten Sommer-Abend im Main-Gebiet, oder?
Was das Stoffel so besonders macht? Es kostet keinen Eintritt – und das ist wirklich nicht selbstverständlich. Besucher wie Franziska und Mario kommen schon seit Jahren her, diesmal sogar mit ihrer zweijährigen Tochter Ava, die brav im Takt zur Musik wippt. „Es ist super, vor allem mit Kindern“, sagt der Vater – und trifft damit wohl den Nerv vieler.
Auch das Thema Nachhaltigkeit wird beim Stoffel ernst genommen. Bio-Würstchen, vegane Frikadellen, Bio-Eis – und Trockentoiletten, die ganz ohne Wasser auskommen. Das Festival finanziert sich über den Verkauf von Speisen und Getränken sowie Spenden, die fleißige Helfer in roten Plastikeimern einsammeln. Echtes Community-Feeling, echter Frankfurter Charakter!
Den Samstag-Abend eröffnet Tina Freitas and Friends mit brasilianischer Musik – entspannt, warm, perfekt für den heißen Sommerabend. Anfangs plätschern die Rhythmen noch gemächlich vor sich hin, nach der Pause werden sie flotter und erfüllen das Versprechen des Veranstalters von „purer brasilianischer Lebensfreude“.
Dann aber steigt die Spannung spürbar. Der Moderator kündigt die Band Fellaws Kingdom an – und das gleich mit einem selbst erfundenen Genre: „Super Ska“. Ska gilt unter Kennern schon als „Reggae auf Speed“ – und dann noch das „Super“ drauf? Dazu gesellt sich noch „Brasspunk“, also Bläserpunk. Die siebenköpfige Formation legt los und macht direkt klar: Hier bleibt kein Rhythmus zu lang gleich. Ska wechselt zu Rap, Bläser treffen auf Energie, und die deutschen Texte haben es in sich.
Ein Vers der Band bringt es auf den Punkt: „Kampf dem Faschismus, sofort und radikal.“ Klarer kann eine Haltung kaum formuliert werden – und das mitten im Günthersburgpark, bei sommerlichem Open-Air-Flair. Musik als Statement, Bühne als Plattform. Der Sound der Weltstadt zeigt sich hier von einer politisch wachen Seite.
Das Stoffel-Festival ist mehr als nur Konzerte unter freiem Himmel. Es ist ein Treffpunkt für Frankfurt – für Familien, für Musikfans, für alle, die Kultur ohne Eintritt und mit Haltung feiern wollen. Das beste Programm im Main-Gebiet kommt eben manchmal ganz ohne Ticketschalter aus.
Das Stoffel läuft noch bis zum 18. August im Günthersburgpark. Also: Decke einpacken, Klappstuhl schnappen und hingehen! Jetzt reinhören – und vorbeikommen. Frankfurt wartet auf euch.






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