
Der Erste Frankfurter Schwimmclub bringt Grundschulkindern das Schwimmen bei – als einziger Verein mit vom Land geförderten Kursen.
Erst zögert Laura noch ein bisschen – dann macht die Neunjährige in ihrer zweiten Schwimmstunde plötzlich alles richtig: Kopf über Wasser, Arme im Ellenbogen gebeugt, kraftvoller Beinschlag. Als sie dem Becken in der Bornheimer Dahlmannschule entstiegen ist und das High-Five von Trainer Yulian Butu entgegennimmt, strahlt sie vor Stolz. Genau solche Momente sind es, für die der Erste Frankfurter Schwimmclub (EFSC) jeden Tag ins Hallenbad geht.
Der EFSC ist der einzige Verein in Frankfurt, der vom Land geförderte Anfänger-Kurse für Grundschüler anbietet. Das Ziel: In rund zehn Einheiten sollen die Kinder das begehrte Seepferdchen-Abzeichen schaffen – und vor allem lernen, sich sicher im Wasser zu bewegen. Für viele der kleinen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist das eine riesige Herausforderung. Und ein noch größerer Triumph, wenn sie es geschafft haben.
Die Kurse finden in zwei kleinen Gruppen statt – eine mit fünf, die andere mit sieben Kindern. Die überschaubare Größe ist kein Zufall: So kann Trainer Yulian Butu, der trotz seiner 22 Jahre schon richtig Erfahrung mitbringt, auf jedes Kind individuell eingehen. Er fängt jeden nach dem Sprung von der Matte ins Wasser auf, motiviert mit ehrlichem Lob und setzt dabei auch auf moderne Hilfsmittel: Auf dem Tablett zeigt er die richtigen Schwimmbewegungen in Zeitlupe.
Und er hat ein Talent für einprägsame Bilder: Bei der „großen Pizza“ beschreiben die Arme einen Halbkreis vor der Brust, beim „Scheibenwischer“ finden die Hände bei angewinkelten Armen zusammen – bevor sie beim „kleinen“ und dann „großen Pfeil“ nach vorne schießen. Kein Wunder, dass Teilnehmerin Israa nach dem Training noch begeistert durch die Halle ruft: „Lecker Pizza!“
Michael Ulmer vom EFSC, der früher 30 Jahre lang an der Dahlmannschule Sport und Schwimmen unterrichtet hat, bringt es auf den Punkt: Immer weniger Grundschüler lernen diese wichtige Alltagsfähigkeit – mit ernsten Konsequenzen. Die steigende Zahl an Badetoten in Deutschland zeigt, dass Schwimmen keine optionale Freizeitbeschäftigung ist, sondern eine unverzichtbare Kulturtechnik.
Die Kurse richten sich gezielt an Kinder aus weniger gut betuchten Familien. Eine Dreiviertelstunde verbringen sie im Wasser, danach folgt eine viertelstündige Nachbesprechung mit den Eltern. Am Ende winkt das Seepferdchen-Abzeichen – vorausgesetzt, die Kinder beherrschen die Baderegeln, springen vom Beckenrand, schwimmen eine Bahn in Bauch- oder Rückenlage und fischen einen farbigen Ring aus schultertiefem Wasser. „Wenn die Kinder dann mit strahlenden Gesichtern die Plakette in der Hand halten und ihren Eltern zeigen, ist das der schönste Moment – dafür lohnt sich unsere Arbeit“, sagt Ulmer.
Idealerweise beginnt das Warmwerden mit dem Wasser laut Ulmer schon beim Babyschwimmen – auch das bietet der EFSC an. Dort geht es um gemeinsamen Spaß, Wassergewöhnung und die Stärkung der Eltern-Kind-Bindung. Und, wie Ulmer schmunzelnd ergänzt: „Außerdem schlafen die Babys hinterher besonders gut.“
Seit Neuestem bietet der Erste Frankfurter Schwimmclub in seiner Schwimmschule auch wieder Kurse für Anfänger in der Landessportschule in Niederrad an. Kleine Gruppen mit maximal sechs Teilnehmern lernen dort die Grundlagen, um sich sicher im Wasser fortbewegen zu können. Wer sein Kind anmelden möchte, kann das direkt über die Webseite der Schwimmschule tun – die Kurse sind ab sofort buchbar.
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