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Schockanrufe aus Spanien: Zwei Offenbacher in Bukarest geschnappt

Zwei 39-jährige Offenbacher wurden in Bukarest festgenommen: Sie sollen mit Schockanrufen aus Spanien Senioren betrogen haben – doch alle 14 Versuche…

Redaktion
·
10. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 4 Stunden

14 Betrugsversuche – kein Cent erbeutet

Schlechte Nachrichten für eine internationale Betrügerbande: Zwei 39-jährige Deutsche aus Offenbach sind in Rumänien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wirft ihnen versuchten banden- und gewerbsmäßigen Betrug vor. Ihr Werkzeug: sogenannte Schockanrufe – eine perfide Masche, die vor allem ältere Menschen trifft. Der Schaden? Gleich null. In keinem einzigen der 14 Fälle kam es zur Übergabe von Geld oder Wertgegenständen.

So lief die Betrugsmasche ab

Einer der beiden Offenbacher soll zwischen dem 11. und 17. Februar dieses Jahres aus Spanien heraus insgesamt 14 potenzielle Opfer in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Bayern angerufen haben. Am Telefon gab er sich als Verkehrspolizist aus. Sein Drehbuch: Ein naher Angehöriger habe einen Verkehrsunfall verursacht und drohe nun in Untersuchungshaft zu kommen – es sei denn, eine Kaution werde gezahlt. Mitbeschuldigte sollen sich dabei teilweise als Angehörige der Opfer ausgegeben haben, um die Geschichte glaubwürdiger wirken zu lassen.

In vier Fällen soll der Offenbacher mit einem 33-jährigen Mann aus Hanau zusammengearbeitet haben, in einem weiteren Fall mit der zweiten 39-jährigen Beschuldigten aus Offenbach. Die beiden galten innerhalb der Gruppe als sogenannte „Keiler“ – also als diejenigen, die telefonisch den ersten Kontakt zu den Opfern herstellen und die Schocksituation aufbauen.

Opfer reagierten genau richtig

Was die mutmaßlichen Betrüger wohl nicht erwartet hatten: Die Menschen ließen sich nicht täuschen. Teils durchschauten die potenziellen Opfer den Betrugsversuch selbst, teils brachen die Täter ihre Versuche ab, weil sie merkten, dass bei den Angerufenen nichts zu holen war. 14 Versuche, null Erfolg – das ist das Ergebnis dieser kriminellen Aktion.

Festnahme in Bukarest, Vorführung in Hanau

Die Festnahme der beiden Offenbacher gelang im Zusammenwirken des Hessischen Landeskriminalamts und des Polizeipräsidiums Frankfurt – zugeschlagen wurde schließlich in Bukarest. Nachdem die rumänischen Behörden der Auslieferung zugestimmt hatten, wurden die beiden am Donnerstag nach Deutschland überstellt. Am darauffolgenden Freitag wurden sie einem Ermittlungsrichter in Hanau vorgeführt, der über die Anordnung von Untersuchungshaft entscheidet.

Der 33-jährige Mitbeschuldigte aus Hanau befindet sich übrigens bereits seit dem 10. Mai in Untersuchungshaft – auch er soll Teil derselben internationalen Gruppierung gewesen sein.

Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft im Einsatz

Die Ermittlungen liegen in den Händen der sogenannten Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, die seit 2025 gemeinsam mit dem Hessischen Landeskriminalamt und dem Polizeipräsidium Frankfurt tätig ist. Diese Einheit bündelt gezielt Ermittlungen gegen international agierende Tätergruppen, die mit Enkeltricks, Schockanrufen oder als falsche Polizeibeamte vor allem ältere Menschen um ihr Geld und ihre Wertsachen bringen wollen.

Dieser Fall zeigt: Aufmerksame Bürgerinnen und Bürger sowie konsequente Ermittlungsarbeit können Betrügern das Handwerk legen – auch wenn die Täter aus dem Ausland heraus agieren. Bleibt misstrauisch, wenn ihr unbekannte Anrufe bekommt, die euch unter Druck setzen. Und sprecht im Zweifel direkt mit euren Angehörigen oder ruft die echte Polizei an!

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