
Frankfurt plant den Einsatz von Scancars gegen Falschparker – so soll die Verkehrspolizei digital und effizienter kontrollieren.
Falschparker in Frankfurt aufgepasst: Die Stadt plant den Einsatz sogenannter Scancars, die Parkverstöße künftig automatisiert und direkt vom fahrenden Auto aus erfassen sollen. Ingmar Bolle, stellvertretender Leiter des Straßenverkehrsamtes, macht Hoffnung: „Ich bin zuversichtlich, dass wir in absehbarer Zeit den ersten Versuch damit starten.“ Die Techniker seien bereits weit fortgeschritten. Für Frankfurt wäre das ein echter Schritt in die Zukunft – der Sound der Weltstadt wird eben auch auf der Straße gemacht!
In anderen Städten wie Hamburg, Mannheim und Stuttgart sind Scancars bereits im Einsatz. Das Prinzip ist simpel, aber effektiv: Das Fahrzeug fährt an geparkten Autos vorbei und erkennt dabei digital, ob ein Pkw widerrechtlich in einem Bereich steht, der dem Bewohnerparken vorbehalten ist. Bisher müssen die 163 Außendienstbeamten der Frankfurter Verkehrspolizei solche Kontrollen noch als Fußstreife erledigen – ein enormer Aufwand, der künftig deutlich reduziert werden soll.
Neben dem Bewohnerparken gibt es noch zwei weitere Einsatzschwerpunkte für die smarten Fahrzeuge:
Ganz reibungslos läuft es noch nicht überall. Wer seinen Parkschein klassisch per Münzeinwurf am Automaten löst, wird vom Scancar bisher nicht erfasst. Um das zu ändern, müssten alle Parkautomaten so umgerüstet werden, dass beim Bezahlen das Kennzeichen eingegeben werden muss. Bolle gibt zu: „Das entsprechende Umrüsten aller Parkautomaten ist nicht ganz trivial.“
Auch eine weitere Schwachstelle bleibt: Steht ein Auto mit den Vorderreifen so nah am Bordstein, dass die Front den Gehweg blockiert – etwa für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen oder Rollatoren – kann das Scancar das nicht erkennen. Es erfasst Fahrzeuge von der Straße aus, also von hinten, und hat keinen Blick auf die Vorderseite.
Rückenwind kommt vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Ansgar Hegerfeld, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Frankfurt, hat die Stadt klar aufgefordert, die Scancar-Technologie zu nutzen, „um die Verkehrssicherheit mit der effektiven Verkehrsüberwachung zu erhöhen“. Sein Argument ist deutlich: „Illegal abgestellte Autos und Lkw auf Rad- und Gehwegen gehören seit vielen Jahren zum alltäglichen Stadtbild. Sie zwingen Menschen zu gefährlichen Ausweichmanövern, was insbesondere unsichere Radfahrende wie Kinder und ältere Personen betrifft.“
Hegerfeld betont außerdem den Effizienzgewinn: „Mit dieser automatisierten Erfassung von Falschparkern können mit wenig Personalaufwand auch größere Straßenabschnitte effektiv kontrolliert werden und auch die unzähligen ‚nur mal kurz‘-Falschparker unkompliziert im Vorbeifahren erfasst werden.“ Denn die besten Radwege nützten nichts, wenn darauf regelmäßig Autos illegal abgestellt würden.
Auch im Koalitionsvertrag der Stadt ist der Scancar-Einsatz verankert: Die Koalition will „die konsequente Kontrolle der Einhaltung der Parkregeln durch die städtische Verkehrspolizei unter Zuhilfenahme digitaler Sensorik und Scancars“. Ob aus der Absichtserklärung bald harte Realität wird, bleibt abzuwarten – doch die Signale aus dem Straßenverkehrsamt stimmen optimistisch. Frankfurt ist auf dem Weg zum smarten Parken. Wir bleiben für euch dran – bleibt gespannt und hört rein!






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