
Der ICB fehlen 52 bestellte Stadtbusse – kurz vor dem Schulstart in Frankfurt. Was das für euren Alltag bedeutet und wie die Stadt reagiert, lest ihr hier.
Das ist keine gute Nachricht für alle Pendler und Schüler in Frankfurt: Der städtischen In-der-City-Bus GmbH (ICB) fehlen gerade 52 Stadtbusse – und das ausgerechnet kurz vor dem Beginn des neuen Schuljahrs! Die Fahrzeuge wurden beim Hersteller bestellt, sollten aber zum vereinbarten Termin am 31. Juli nicht ausgeliefert werden. ICB-Geschäftsführer Martin Hulecki hat die Lieferverzögerung offiziell bestätigt.
Für euch als Fahrgäste heißt das konkret: Es kann zu vereinzelten Ausfällen auf den von der ICB bedienten Linien kommen. Die ICB ist für etwa die Hälfte des gesamten Frankfurter Busnetzes zuständig – ein Ausfall in dieser Größenordnung ist also alles andere als eine Kleinigkeit.
Die gute Nachricht: Die ICB sitzt dem Problem nicht tatenlos gegenüber. Um die Betriebsstabilität zu sichern und die Auswirkungen für euch so gering wie möglich zu halten, hat das Unternehmen bereits reagiert:
Die lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq betonte, dass im Fahrplan bisher keine Einschränkungen vorgesehen seien. Ob das so bleibt, wird sich zeigen – vereinzelte Ausfälle lassen sich aber nicht völlig ausschließen.
Wer jetzt denkt, das sei ein einmaliges Pech, liegt leider falsch. Frank Nagel, mobilitätspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, macht klar: Anhaltende Lieferverzögerungen und Qualitätsprobleme bei neuen Fahrzeugen sind längst kein Einzelfall mehr, sondern ein strukturelles Problem, das den gesamten Nahverkehr belastet.
Ein Blick auf die Frankfurter Straßenbahnen der neuen T-Reihe bestätigt das: Der erste Wagen war zwar bereits Ende 2022 in Frankfurt angekommen, musste aber nach einer Reihe technischer Schwierigkeiten komplett zur Überarbeitung an den Hersteller zurückgeschickt werden. Nach zahlreichen Probefahrten sollen die Bahnen in den nächsten Tagen endlich in den Fahrgastbetrieb gehen.
Eigentlich hat die ICB große Pläne: Die Flotte soll auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden. Doch dieser Schritt ist erst möglich, wenn alle politischen und planerischen Voraussetzungen für den Umzug des Betriebshofs vom Römerhof nach Rödelheim erfüllt sind. Da sich dieses Vorhaben verzögert, werden jetzt erst einmal Dieselbusse gekauft – die dann pünktlich geliefert werden sollen. Sollten.
Nagel fordert, dass die Verkehrsunternehmen, die Milliarden in einen modernen und klimafreundlichen Nahverkehr investieren, mit diesen Herausforderungen nicht allein gelassen werden. Sein klarer Appell: Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen müssen ihre Interessen stärker bündeln und gegenüber den Herstellern geschlossen auftreten. Lieferverzögerungen und Qualitätsmängel müssen konsequent aufgearbeitet und mögliche Schadensersatzansprüche geprüft werden.
Für euch als Frankfurter bedeutet das: Schaut vor eurer Busfahrt lieber nochmal in die Fahrplan-App – und plant im Zweifel etwas mehr Puffer ein. Der Sound der Weltstadt verdient schließlich einen Nahverkehr, der auch wirklich rollt!






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