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Bob Degen: Der Jazzpianist, der Frankfurt für immer verändert hat

Bob Degen prägt die Frankfurter Jazzszene seit den 1960ern. Erfahre, wie der amerikanische Pianist aus Scranton zur Legende am Main wurde.

Redaktion
·
7. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 13 Minuten

Ein Amerikaner macht Frankfurt zur Jazzstadt

Den Namen Bob Degen kennt jeder, der in Deutschland mit Jazz zu tun hat. Und Frankfurt ganz besonders! Seit Mitte der Sechzigerjahre lebt und arbeitet der Pianist aus Scranton, Pennsylvania, in unserer Region – und hat die Frankfurter Jazzszene wie kaum ein anderer geprägt. Der Sound der Weltstadt hat eben viele Väter. Und Bob Degen ist einer der wichtigsten.

Was den sympathischen Musiker so besonders macht? Er redet nicht viel, macht kein großes Aufheben von sich – und lässt stattdessen einfach seine Musik sprechen. Kein Star-Gehabe, keine große Show. Nur pures, ehrliches Klavierspiel auf allerhöchstem Niveau.

Von Scranton nach Frankfurt – ein langer Weg

Bob Degen wuchs als Sohn eines Gitarristen auf und lernte früh, dass Jazz und große Geldbeträge selten zusammenkommen. Trotzdem ließ er sich nicht aufhalten. Er studierte an der renommierten Berklee School of Music in Boston – derselben Elite-Hochschule, an der übrigens auch ein gewisser Keith Jarrett eingeschrieben war. Beide kommen aus derselben Ecke Amerikas, beide geboren Mitte der Vierzigerjahre, beide früh am Klavier. Degen schloss sein Studium 1964 erfolgreich ab und nahm zusätzlich privaten Unterricht bei Margaret Chaloff – einer Lehrerin, die auch Steve Kuhn, Chick Corea und Herbie Hancock zu ihren Schülern zählen durfte.

Als junger Musiker fuhr Degen als Sechzehnjähriger jede Woche mit seinem Vater die anderthalb Stunden von Scranton nach New York, um im Birdland, im Village Vanguard oder in der Jazz Gallery Legenden wie Thelonious Monk oder Bill Evans zu erleben. Dieses Erlebnis hat ihn bis heute geprägt.

Frankfurt wird Heimat

1965 folgte Degen dem Ruf des deutschen Schlagzeugers Heinz von Moisy nach Westberlin – und blieb. In Europa spielte er mit der aufstrebenden Jazz-Elite des Kontinents, darunter der große Albert Mangelsdorff. 1968 gründete er in Deutschland ein Trio mit Schlagzeuger Fred Braceful und Bassist Manfred Eicher, mit dem er seine erste Aufnahme „Celebrations“ herausbrachte. Eicher gab seine Jazzkarriere kurz darauf auf, um in München das legendäre Label ECM zu gründen – das später zur Heimat vieler amerikanischer Jazzmusiker werden sollte.

Nach einem Zwischenstopp in Berlin zog Degen mit seiner deutschen Frau nach Sulzbach im Taunus. Albert Mangelsdorff holte ihn daraufhin als festes Mitglied in das experimentelle Jazzensemble des Hessischen Rundfunks – eine Zusammenarbeit, die bis 1999 andauern sollte. Auf der Bühne stand Degen in dieser Zeit mit Größen wie Dexter Gordon, Don Byas, Paul Motian, Art Farmer und natürlich immer wieder mit Heinz Sauer.

Eine neue Heimat – endgültig und für immer

Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahr 1999 kehrte Degen vorübergehend nach Amerika zurück. Doch er kam jedes Jahr für Tourneen nach Deutschland – vor allem mit Heinz Sauer und Wolfgang Lackerschmid. Bei einem Konzert der Jazzinitiative in Bornheim lernte er schließlich Dietlinde Ankenbrand kennen, seine zweite Frau. Seine eigene Entscheidung dazu? „Da habe ich gesagt, jetzt bleibe ich endgültig hier. Eine gute Entscheidung.“

Heute lebt Bob Degen in einer kleinen, gemütlichen Wohnung im Frankfurter Stadtteil Seckbach. Er gibt weiterhin inspirierende Konzerte und veröffentlicht Aufnahmen wie „Two Geese by the River“ – eine preisgekrönte Einspielung mit dem Bassklarinettisten Burkhard Kunkel. Witzige, frei fließende Duette, die nichts beweisen müssen, aber alles sagen.

Der Dekan der Frankfurter Jazzschule

Bob Degen ist kein Star geworden – und das war nie sein Ziel. Aber er ist etwas anderes geworden: der Dekan der Frankfurter Jazzschule. Ein Musiker, dem man alles glauben kann, was er spielt. Genau das ist das Beste, was man über einen Jazzpianisten sagen kann. Frankfurt darf sich glücklich schätzen, ihn zu haben – und wir bei Radio Frankfurt finden: Das ist eine Geschichte, die erzählt werden muss!

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