
Die CDU fordert einen Runden Tisch zur Europäischen Schule Frankfurt am Praunheimer Weg. Was hinter dem 58-Millionen-Erweiterungsbau und dem Umzugsplan steckt.
Seit Jahren ist die Europäische Schule am Praunheimer Weg ein heißes Eisen in der Nordweststadt – und jetzt soll endlich ein Runder Tisch her! Die CDU hat für die nächste Sitzung des Ortsbeirats 8 einen Antrag eingebracht, der ein neues Gesprächsgremium aus Stadt, Schule, Politik und Anwohnern fordert. Das Ziel: mehr Transparenz, mehr Mitsprache und endlich eine verlässliche Kommunikation für alle Beteiligten.
Die Europäische Schule am Praunheimer Weg hat eine bewegte Geschichte. 2002 eröffnet und ursprünglich für 800 bis 900 Schüler ausgelegt, platzt sie heute buchstäblich aus allen Nähten. Inzwischen besuchen rund 1.600 Schüler die Schule – und der Platz reicht hinten und vorne nicht. Schon seit 2008 gibt es Überlegungen für Erweiterungen und einen möglichen Neubau. Seitdem wurden Container, Modulbauten und eine zusätzliche Sporthalle ergänzt – aber eine echte Lösung? Fehlanzeige.
Jetzt zeichnet sich zumindest langfristig eine Perspektive ab: Die Stadt Frankfurt plant, die Europäische Schule auf dem früheren Bundesbank-Gelände an der Wilhelm-Epstein-Straße in Bockenheim anzusiedeln. Dort könnte Platz für mehr als 2.500 Schüler entstehen. Einen konkreten Zeitplan gibt es allerdings noch nicht – und genau das ist ein Problem.
Weil bis zum möglichen Umzug noch viel Zeit vergehen dürfte, hat der Magistrat einen Erweiterungsbau aus Holzmodulen beschlossen. Bis zu 30 zusätzliche Klassenräume sowie Fach-, Verwaltungs- und weitere Räume sollen entstehen, mit einer Nutzfläche von rund 7.600 Quadratmetern. Das Ganze ist mit rund 58 Millionen Euro veranschlagt und wurde in die Schulbauoffensive aufgenommen. Eine stolze Summe für eine Übergangslösung – das sehen viele Anwohner kritisch.
Im Ortsbeirat 8, der die Stadtteile Heddernheim, Niederursel und die Nordweststadt vertritt, kocht das Thema immer wieder hoch. Besonders die Verkehrsbelastung rund um die Oberfeldstraße, die Heilmannstraße und den Praunheimer Weg ist ein Dauerbrenner. Hinzu kommen Fragen zu Baustellenmanagement, Flächenbedarf und der Information der Anwohnerschaft. Kurz gesagt: Es brodelt.
Genau deshalb fordert die CDU jetzt den Runden Tisch. Neben Vertretern der Stadt und der zuständigen Ämter sollen auch die Europäische Schule, der Ortsbeirat und betroffene Anwohner an einem Tisch sitzen. Auf der Agenda stehen der weitere Zeitplan für die Schule, die Bauabläufe des Erweiterungsbaus, das Baustellenmanagement sowie Verkehrs- und Schulwegsicherheitsfragen. Auch die Auswirkungen auf den Stadtteil und eine verlässliche Bürgerinformation sollen besprochen werden.
Die Idee klingt vernünftig: Wer frühzeitig mitredet, fühlt sich ernst genommen. Und das ist bei einem Projekt dieser Größenordnung – 58 Millionen Euro, Jahrzehnte im Werden, tausende betroffene Anwohner – mehr als berechtigt. Ob der Magistrat den Antrag annimmt und den Runden Tisch tatsächlich einrichtet, entscheidet sich in der nächsten Sitzung des Ortsbeirats.
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