
15 Väter haben in Frankfurt gelernt, Zöpfe zu flechten und Kinderfrisuren zu stylen. Was hinter dem Kurs „Dads do Hair
Zöpfe flechten, Space Buns stylen, Topsy Tails formen – klingt nach einem entspannten Sonntagmorgen mit der Tochter, oder? Für viele Väter ist genau das eine echte Herausforderung. In Frankfurt haben jetzt 15 Männer bewiesen, dass das auch Papa kann. Und zwar richtig gut!
Im Garten des Lokals Komplizen in der Egenolffstraße im Nordend ging es los: Friseurköpfe mit echten, überschulterlangen Haaren wurden an langen Tischen befestigt, Bürsten, Stielkämme, Haargummis, Bobby Pins und Clips bereitgelegt – und los ging der wohl ungewöhnlichste Männertreff Frankfurts.
Die einzige Frau im Raum war Anita Erdmann (40), Make-up-Artist aus München und Gründerin von „Dads do Hair“. Die Idee kam ihr, als sie auf Instagram einen ähnlichen Kurs aus London entdeckte. Eine Woche später stand der Entschluss fest: Das muss auch in Deutschland passieren!
„Daran ist alles schön und jeder hat etwas davon. Die Väter lernen flechten, die Kinder freuen sich, dass der Papa ihre Haare machen kann und die Mütter werden entlastet“, sagt Erdmann. Selbst Mutter von zwei Kindern weiß sie genau, worum es geht – und wie man es den Männern beibringt.
Zwei Stunden lang wurde geflochten, gekordelt, gesteckt und gebunden. Sieben verschiedene Frisurtechniken standen auf dem Programm: von klassischen Sommerzöpfen über Topsy Tails und Pull Through Braids bis hin zu Bubble Braids und Space Buns. Manche der Männer flechten zum ersten Mal überhaupt – andere können es schon, wollen aber noch mehr lernen.
Florian (43) zum Beispiel ist schon gespannt auf die Haare seiner einjährigen Tochter Carlotta. „Wenn Carlotta längere Haare hat, will ich auch etwas machen können“, erklärt er. Patrick (35) ist schon einen Schritt weiter: Er kann bereits flechten, aber will mit der Mama mithalten können – für seine neun- und dreijährige Tochter. Und Steffen (37), dessen sechsjährige Tochter lange Locken hat, gelobt: „Ich will es besser machen.“
Der große Vorteil der Puppenköpfe? Sie zappeln nicht und schreien nicht, wenn mal ein Gummi zu fest sitzt oder Haare sich verknoten. Genau das ist nämlich die größte Sorge der Väter: den eigenen Kindern beim Frisieren wehzutun. Erdmann zeigt deshalb ganz genau, wie Strähnen gehalten, Zöpfe gekämmt und Haare behutsam gebunden werden.
Am Ende des Kurses haben alle 15 Papas alle sieben Frisuren erfolgreich nachgestylt – und die Fotos davon sofort per WhatsApp nach Hause geschickt. Das Lob ließ nicht lange auf sich warten. Hagen (38) hat sich fest vorgenommen, der Tagesmutter seiner Tochter zu beweisen, dass auch Papa tolle Frisuren hinkriegt – ganz ohne Klammern. Stolz zeigt er seinen Friseurkopf mit einem makellosen Bubble Braid.
Jeder Teilnehmer bekommt am Ende ein Zertifikat sowie eine Tüte mit Shampoos und einem kleinen Lesebuch für die Badewanne. Chris (38) – übrigens einer von vier Vätern, die selbst auf den Kurs gestoßen sind – bringt es auf den Punkt: „Zöpfe machen ist anstrengend. Da kommt man ganz schön ins Schwitzen.“
So eine Aktion ist genau das, was unsere Stadt ausmacht: kreativ, offen und nah dran an den Menschen. Der Sound der Weltstadt ist eben nicht nur Musik – es sind auch Geschichten wie diese, die Frankfurt so besonders machen. Wir finden: Hut ab vor allen 15 Papas, die sich getraut haben – und vor Anita Erdmann, die diesen tollen Kurs nach Frankfurt gebracht hat. Mehr solcher Aktionen, bitte!






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