
Rund 1500 Menschen demonstrierten in Frankfurt, während Reza Pahlavi den Freiheitspreis entgegennahm – die Hintergründe zur umstrittenen Verleihung in der…
Der 7. November war in Frankfurt ein Tag mit viel Bewegung auf den Straßen – wie wir in einem früheren Beitrag berichtet haben, wurden rund um die Großkundgebungen Zehntausende Teilnehmer erwartet. Jetzt gibt es neue Details zum eigentlichen Anlass: Reza Pahlavi, Sohn des früheren Schahs, hat in Frankfurt einen Preis entgegengenommen, der eigentlich dem iranischen Volk gewidmet war. Laut Deutschlandfunk fanden parallel zur Verleihung Demonstrationen mit rund 1500 Teilnehmern statt, während Unterstützer Pahlavis in Frankfurt eine Kundgebung mit bis zu 30.000 Menschen erwarteten.
Pahlavi lebt im Exil in den USA und hat sich selbst als möglicher Übergangsführer ins Spiel gebracht, sollte es zu einem Regimewechsel in Teheran kommen. Kritiker werfen ihm laut Deutschlandfunk vor, sich nie klar von den Taten seines Vaters Mohammad Pahlavi distanziert zu haben. Der Schah wurde 1979 während der Islamischen Revolution gestürzt – ein historischer Bruch, der bis heute nachwirkt.
Dass ausgerechnet Pahlavi den Preis für das iranische Volk entgegennahm, sorgte laut Deutschlandfunk-Hessenkorrespondent Gregor Lischka für breite Kontroversen. Kritisiert wurde demnach vor allem, dass Pahlavi weiterhin für eine monarchistische Tradition stehe statt für republikanische Werte – und das, obwohl viele Exil-Iraner selbst einst vor politischer Verfolgung und Folter aus der Schah-Zeit geflohen sind. Mehrere iranische Organisationen übten laut Deutschlandfunk-Bericht im Vorfeld Druck auf die Veranstalter und die Stadt Frankfurt aus, die die Paulskirche an die Friedrich-Naumann-Stiftung vermietet hatte.
Auch aus der Frankfurter Stadtpolitik kam Kritik: Kulturdezernentin Hartwig von der SPD bezeichnete die Entscheidung laut Deutschlandfunk als „unglücklich“ und blieb der Veranstaltung fern. Der Freiheitspreis selbst wird seit 2006 alle zwei Jahre für herausragendes Engagement für eine liberale Bürgergesellschaft vergeben.
Schon im Vorfeld war klar, dass der 7. November Frankfurt ordentlich durcheinanderwirbeln würde. Wie wir bereits berichtet hatten, war wegen der hohen Teilnehmerzahlen sogar der Veranstaltungsort kurzfristig in den Ostpark verlegt worden, begleitet von erheblichen Verkehrseinschränkungen in der ganzen Stadt. Die neuen Zahlen zu den Gegendemonstrationen zeigen jetzt: Der Tag war nicht nur ein logistisches Großereignis, sondern auch ein politisch hochsensibles Thema, das die Frankfurter Community weit über den Tag hinaus beschäftigen dürfte.






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