
Erste Saisonniederlage für Kickers Offenbach, aber Trainer Zimmermann hält fest zu seinen Youngsters. Wir berichten, was beim 1:2 in Kassel los war.
Es war ein bitterer Freitagabend für die Fans der Kickers Offenbach: Im Kasseler Auestadion kassierte der OFC seine erste Niederlage der Saison – 1:2 gegen den KSV. Doch Trainer Mark Zimmermann macht aus der Pleite keine Drama. Sein Fazit: „Wir haben volles Vertrauen in die Jungs.“ Und das, obwohl gleich drei Routiniers fehlten und ein ungewöhnlich junges Team auf dem Platz stand.
Der Ausfall von Robin Krauße, Kristjan Arh Cesen und Jan Hendrik Marx wog schwer. Krauße (32) konnte das Bein nicht zu 100 Prozent belasten und muskuläre Probleme zwangen ihn auf die Bank. Arh Cesen (29) plagte sich mit Problemen in der Kniekehle, während Marx (31) nach einer Gelb-Roten Karte gesperrt fehlte. In Zahlen bedeutete das: Die geballte Erfahrung aus 153 Zweit-, 270 Dritt- und 301 Regionalligaspielen stand nicht zur Verfügung. Im Schnitt war die OFC-Startelf ganze drei Jahre jünger als die der Gastgeber.
Zimmermann reagierte und setzte auf die Youngster: Adam Loune (19), Nathan Doganay (19) und Mohamadaziz Abdelhadi (20) standen von Beginn an auf dem Platz. Loune und Abdelhadi wurden im Laufe des Spiels ausgewechselt – an ihrer Leistung oder mangelnder Erfahrung will der Coach die Niederlage aber ausdrücklich nicht festmachen. „Unser Ziel ist es ja, eine Balance zwischen jung und alt herzustellen“, betonte Zimmermann.
Für Abdelhadi war es bereits das siebte Saisonspiel in der Startelf – der 20-Jährige ist längst kein Neuling mehr. Dass er ausgewechselt wurde, lag laut Zimmermann allein an taktischen Überlegungen: Mit Alexander Sorge sollte mehr Körpergröße und Torgefahr bei Standards ins Spiel kommen. Loune hingegen stand zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf und kämpfte noch um die nötige Spielpraxis auf diesem Niveau.
Auch auf der rechten Außenbahn lief nicht alles rund: Jayson Breitenbach, als Ersatz für den gesperrten Marx eingesetzt, agierte laut Bericht zögerlich – sowohl defensiv als auch offensiv. Bei der Szene zum 0:1 sah er dabei nicht gut aus.
Apropos Lernkurve: Jan Becker (19), der gegen den TSV Steinbach Haiger noch als Joker das Siegtor erzielt hatte, fehlte in Kassel wegen der Nebenwirkungen einer Desensibilisierung. Dass er sich das Allergen ausgerechnet in einer englischen Woche spritzen ließ, sei – so heißt es – nicht die cleverste Idee gewesen. Auch das gehört zur Entwicklung junger Spieler dazu.
Eine gute Nachricht gab es trotzdem: Noah Lehmann, 19 Jahre alt und in der Winterpause von der U19 des 1. FC Union Berlin zu den Kickers gestoßen, stand in Kassel wieder im Kader. Nach einer langwierigen Schambeinreizung und 170 Tagen Pause feierte er am Samstag bei der OFC-Reserve gegen den SV Bosnien/Herzegowina Frankfurt (2:2) sein Comeback. Ein starkes Zeichen der Rückkehr!
Schon am kommenden Freitag wartet die nächste große Herausforderung: Das Topspiel der Kickers als Tabellenführer auswärts beim Drittplatzierten in Trier. Jan Hendrik Marx kehrt nach abgesessener Sperre zurück. Ob auch Arh Cesen wieder fit ist, lässt Zimmermann offen: „Wir werden kein Risiko eingehen, wollen keine Folgeverletzung riskieren. Aber vielleicht sieht es am Freitag schon wieder anders aus.“ Wir drücken die Daumen – und sind gespannt, wie sich die Youngster weiterentwickeln!






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