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Nur zwei von elf: Warum Frankfurts neuer Magistrat wenig Vielfalt spiegelt

Im neuen Frankfurter Magistrat haben nur zwei von elf Mitgliedern einen Migrationshintergrund – obwohl es stadtweit 58 Prozent sind. Wir schauen genauer hin.

Redaktion
·
29. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 4 Wochen

Frankfurt redet über Vielfalt – aber wie divers ist die neue Stadtspitze wirklich?

Frankfurt ist eine der buntesten Städte Deutschlands. Ein Drittel der Menschen, die hier leben, wurde im Ausland geboren – stadtweit haben sogar 58 Prozent einen Migrationshintergrund. Und trotzdem: Im neuen Magistrat der Stadt sieht es bei diesem Thema ziemlich mager aus. Nur zwei von elf Magistratsmitgliedern haben einen Migrationshintergrund. Das sind gerade mal 18 Prozent – gegenüber 58 Prozent in der Stadtgesellschaft. Eine Lücke, die sich gewaschen hat.

Wer sitzt eigentlich im neuen Magistrat?

Der neue Magistrat der Römerkoalition setzt sich aus elf Mitgliedern zusammen. Auf der einen Seite stehen sechs Frauen: Susanne Serke (CDU), Tina Zapf-Rodríguez und Elke Voitl (beide Grüne), Ina Hartwig und Sylvia Weber (beide SPD) sowie Eileen O’Sullivan (Volt). Auf der anderen Seite fünf Männer: Nils Kößler, Yannik Schwander, Martin-Benedikt Schäfer (alle CDU), Wolfgang Siefert (Grüne) – und Oberbürgermeister Mike Josef (SPD).

Beim Thema Geschlecht schneidet der Magistrat gar nicht so schlecht ab: 55 Prozent der Mitglieder sind weiblich, während die Hälfte der Frankfurter Bevölkerung Frauen sind. Da hat die neue Römerkoalition also durchaus liefert.

Beim Migrationshintergrund klafft eine riesige Lücke

Ganz anders sieht’s beim Thema Herkunft aus. Nur OB Mike Josef, der aus Syrien stammt, wurde im Ausland geboren. Alle vier CDU-Dezernenten sind gebürtige Frankfurter. Zählt man den Migrationshintergrund mit – also auch Menschen, deren Eltern im Ausland geboren wurden –, kommt noch Eileen O’Sullivan dazu. Ihre Eltern stammen aus der Türkei und Irland. Das war’s dann aber auch schon.

Noch-Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) hatte bei ihrer Abwahl durch die eigene Partei kritisiert: „Ein weißer Mann wird gewählt, die einzige Frau mit Migrationshintergrund wird abgewählt.“ Mit dem Teil ihrer Kritik, der den Migrationshintergrund betrifft, liegt sie absolut richtig. Hätte sie außerdem „alter weißer Mann“ gesagt, wäre auch das nicht ganz falsch gewesen: Der Altersdurchschnitt im Magistrat liegt bei 47 Jahren – sechs Jahre über dem Frankfurter Stadtdurchschnitt von 41 Jahren.

Und wie sieht’s in der Stadtverordnetenversammlung aus?

Auch in der Stadtverordnetenversammlung spiegelt sich die Stadtgesellschaft nur bedingt wider. Frauen sind dort mit 44 Prozent sogar unterrepräsentiert – stadtweit sind es 50 Prozent. Besonders auffällig: Die AfD-Fraktion besteht ausschließlich aus Männern, weil Monika Krause ehrenamtliches Magistratsmitglied bleiben möchte.

Beim Migrationshintergrund sieht es in der Stadtverordnetenversammlung etwas besser aus als im Magistrat: Ein Fünftel der Stadtverordneten wurde im Ausland geboren – das ist „nur“ zwölf Prozent weniger als in der Gesamtbevölkerung. Ob die Parlamentsmitglieder einen Migrationshintergrund haben, wird allerdings gar nicht erst erhoben.

Positiver Ausreißer beim Alter: Die fünf Volt-Fraktionsmitglieder kommen auf einen Schnitt von gerade mal 35 Jahren – die klar jüngste Kraft im Stadtparlament.

Frankfurt verdient eine Stadtspitze, die Frankfurt widerspiegelt

Der Sound der Weltstadt Frankfurt ist laut, bunt und vielsprachig – das macht diese Stadt so besonders. Umso wichtiger ist die Frage, ob die Menschen, die Frankfurt regieren, auch die Menschen repräsentieren, die hier leben. Die Zahlen zeigen: Da ist noch viel Luft nach oben. Wie seht ihr das? Diskutiert gerne mit – Frankfurt gehört uns allen!

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