Nina Adam zieht für Volt in den Frankfurter Römer ein – mit den allerletzten Stimmen der Kommunalwahl.
Eine Geschichte, die so kaum jemand hätte vorhersagen können: Nina Adam sitzt heute im Frankfurter Römer – und das hätte sie selbst am wenigsten erwartet. Dabei fing alles ganz harmlos an. Bei der Landtagswahl in Hessen 2023 wollte die 36-Jährige eigentlich Volt wählen. Doch wegen der Fünfprozenthürde entschied sie sich strategisch anders – und ärgerte sich danach, dass ihr Wahlzettel nicht das widerspiegelte, was sie wirklich für die beste Wahl hielt.
Ihre Konsequenz: Sie trat Volt bei. Ein Mitglied mehr, ein Beitrag mehr – das war ihr Plan. Spoiler: Es kam ganz anders.
„Das hat überhaupt nicht funktioniert, weil ich innerhalb von wenigen Wochen komplett absorbiert war“, sagt Nina Adam und lacht. Was sie daran begeistert: Dass Volt auch neuen Mitgliedern so schnell echte Mitgestaltung ermöglicht. Die promovierte Sprachwissenschaftlerin, die in Frankfurt lebt und zuvor in Potsdam arbeitete, hatte kurz zuvor ihren Job aufgegeben – genug von der theoretischen, abstrakten Arbeit und der langen Pendelei.
Diese neu gewonnene Zeit nutzte sie konsequent: Sie baute in ihrer Heimatstadt Hanau und der Umgebung ein regionales Volt-Team auf, plante Veranstaltungen und steckte jede Menge Energie in ihr Engagement. Die Kommunalpolitik hatte sie regelrecht schockverliebt. „Weil sie unglaublich nah dran ist an allem, was das Leben der Menschen direkt berührt“, erklärt sie.
Arbeitslos blieb sie nicht lange. 2024 startete Nina Adam als Geschäftsführerin der Volt-Fraktion in Darmstadt – und organisiert seitdem die Arbeit der Volt-Stadtverordneten vor Ort. „Volt beschäftigt mich jetzt quasi 24/7″, sagt sie. Dass sie parallel dazu auch noch im Römer landen würde, war alles andere als geplant.
Der ursprüngliche Plan: Nachrückerposition, vielleicht in ein, zwei Jahren einspringen, falls jemand ausfällt. Am Abend der Kommunalwahl sah es auch lange genau danach aus. Doch dann kamen die allerletzten Stimmen – und mit ihnen ein fünfter Sitz für Volt. Der von Nina Adam.
„So langsam muss ich mal aufhören, davon überrascht zu sein“, sagt sie mit einem Lachen. „Es ist inzwischen August.“
Im Römer will sich Nina Adam vor allem für die Frankfurter Wirtschaft starkmachen. Ihr Fokus liegt auf Unternehmen, die die Stadt prägen, auf dem Tourismus – als ehemalige Stadtführerin in Frankfurt weiß sie genau, wie viel diese Stadt zu bieten hat – sowie auf der Unterstützung für das Handwerk. Als Tochter eines Schreiners hat sie ein ganz persönliches Gespür dafür, wie wichtig handwerkliche Arbeit ist.
Besonders am Herzen liegt ihr außerdem die Gründungsförderung – vor allem für Frauen, die immer noch viel zu selten den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.
Nina Adams Weg von der strategischen Wählerin zur Volt-Stadtverordneten im Römer ist kurz, turbulent und irgendwie typisch Frankfurt: schnell, überraschend und mit einem klaren Ziel. Wir sind gespannt, was sie in der Stadtpolitik bewegen wird! Bleibt dran – Radio Frankfurt, der Sound der Weltstadt, hält euch auf dem Laufenden.



Das Kunstwerk „A Sky Full of Hope



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