
Über der Konstablerwache schwebt ein 2-Millionen-Euro-Kunstwerk – und die Frankfurter sind gespalten.
Der Sommer im Rhein-Main-Gebiet steckt voller günstiger Ausflugsmöglichkeiten – das haben wir euch in einem früheren Beitrag schon ausführlich gezeigt. Jetzt gibt es eine brandneue Attraktion direkt in der Frankfurter Innenstadt, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet: Über der Konstablerwache schwebt seit Anfang August ein spektakuläres Kunstwerk – und der Eintritt kostet euch genau null Euro.
Die Netzskulptur „A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78 Frankfurt“ von Künstlerin Janet Echelmann hängt seit kurzem über dem Plateau der Konstablerwache und sorgt für mächtig Gesprächsstoff. Rot-blaue Fäden verweben sich ineinander, mal blass, mal intensiv – ein bisschen wie ein riesiges Fischernetz, das über dem grauen Pflaster der Konsti schwebt. Die Zahl 1.78 im Titel bezieht sich laut der Künstlerin auf die 178 Nationen, die in Frankfurt leben. Der Sound der Weltstadt steckt also buchstäblich im Namen!
Offiziell eröffnet wird das Werk am Dienstag, 11. August. Ab 20.45 Uhr präsentieren Oberbürgermeister Mike Josef (SPD), Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und Künstlerin Echelman das Kunstwerk mit einer Licht- und Soundshow. Die Skulptur ist an vier massiven Stahlträgern mit Scheinwerfern befestigt, die die Installation nachts anleuchten. Bis 2029 soll sie über der Konstablerwache schweben – also habt ihr noch jede Menge Zeit für einen Besuch!
Was so locker in der Luft hängt, hat einen ganz und gar nicht leichten Preis: Zwei Millionen Euro hat das Kunstwerk gekostet, installiert im Rahmen der World Design Capital Frankfurt Rhein-Main 2026 (WDC). Und genau das sorgt für heiße Diskussionen – fast so heiß wie die Sonne, die aktuell auf die Pflastersteine der Konsti knallt.
Die Reaktionen der Frankfurter sind gespalten. Arne Grotheer, 53, findet das Werk „schick“ und ist überzeugt: „Ich denke, dass Kunst helfen kann, einen Ort aufzuwerten.“ Neginio Ebel, 18, sieht darin ein Stück Frankfurt: „Es passt zu Frankfurt, so bunt und durcheinander, wie es aussieht.“ Auf der anderen Seite ist Hildegard Roloff aufgebracht: „Ich habe dafür kein Verständnis. Frankfurt hat wirklich Besseres zu tun, als zwei Millionen Euro für ein Kunstwerk auszugeben.“ Antje, 49, findet die Skulptur „überzogen“ und fragt sich außerdem, ob Vögel in den Netzen hängen bleiben könnten.
Die WDC Frankfurt erklärt, dass das Budget ursprünglich aus der „Initiative Innenstadt“ stammt und für eine „Innenstadt-Illumination“ vorgesehen war. Da die Mittel 2024 nicht genutzt werden konnten, sicherte das Stadtmarketing das Budget und stockte es mit dem Nachtragshaushalt 2025 weiter auf.
Nicht nur die Kosten sorgten im Vorfeld für Unmut: Der Erzeugermarkt, der donnerstags und samstags auf der Konstablerwache seine Waren verkauft, musste den gesamten Juli über an Hauptwache und Rossmarkt ausweichen – während die Bauarbeiten liefen. Händlerinnen und Händler fürchteten, von ihrer Kundschaft nicht gefunden zu werden. Ein Opfer für die Kunst, das nicht alle gerne gebracht haben.
Wer den Weg zur Konstablerwache antritt, kann den Besuch prima mit weiteren günstigen Erlebnissen im Rhein-Main-Gebiet verbinden. Der Frankfurter GrünGürtel lädt zu kostenlosen Radtouren durch Parks und Naturlandschaften ein, der Kinzigsee bei Hanau wartet mit klarem Wasser und Wassersport für nur 4 Euro Eintritt auf euch, und das Felsenmeer im Odenwald ist sogar komplett gratis. Frankfurt und die Region haben eben mehr zu bieten als nur graue Pflastersteine – jetzt sogar mit Kunst-Bonus!
Also: Schnappt euch eure Freunde, zieht zur Konsti und macht euch selbst ein Bild. Jetzt reinhören und mehr Tipps für euren Sommer im Main-Gebiet entdecken!






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