
Frankfurt bekommt neue S-Bahnen: grün-weißes Design, mehr Platz und Steckdosen. Außerdem sichert ein neuer Vertrag die S-Bahn-Linien bis 2055 ab.
Rhein-Main rollt in eine neue Ära – zumindest optisch. Rund die Hälfte aller S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet wird komplett neu gestaltet. Bis Sommer 2029 werden alle 98 Züge der zehn Jahre alten Baureihe ET430 innen und außen erneuert. Wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die Deutsche Bahn berichten, geht’s schon bald los – und das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Die größte Veränderung fällt sofort ins Auge: Außen sind die Züge nicht mehr rot, sondern weiß mit blauem Streifen und grüner Front – ganz im Stil des S-Bahn-Logos. Innen dominieren Weiß und Grau, dazu kommen warme Akzente in Holzoptik. Die ersten umgebauten Züge fahren bereits ab Ende Oktober auf den Linien S1, S4, S8 und S9, wie die Deutsche Bahn und der RMV mitteilen.
Aber nicht nur die Farbe hat sich verändert – auch die komplette Raumaufteilung wurde überarbeitet. Laut RMV und DB passen durch die Umgestaltung 15 Prozent mehr Fahrgäste in einen Zug. Möglich macht das unter anderem die trichterförmige Gestaltung der Einstiegsbereiche: Die Sitze an den Ecken wurden entfernt, dadurch gibt’s mehr Platz zum Ein- und Aussteigen.
Für Radfahrer gibt’s jetzt einen eigenen Bereich, in dem das Rad schräg mit dem Vorderrad in die Wand geschoben werden kann. Bei manchen Fenstern gibt es außerdem Klappsitze, vor denen weitere Fahrräder, Kinderwagen oder Rollstühle abgestellt werden können – getrennte Flächen sollen dabei Nutzungskonflikte vermeiden.
Ein Detail, das sicher viele Pendler freuen wird: Es gibt in jedem Wagen 34 Steckdosen zum Handyladen. Dafür verschwindet die erste Klasse komplett. Auch die Displays wurden größer und zeigen gleichzeitig mehr Informationen an. Statt Halteschlaufen von der Decke gibt’s jetzt Haltegriffe auf Handhöhe, und die klassischen Gepäckablagen sind Geschichte – stattdessen schweben die Sitze, sodass darunter Koffer und Taschen verstaut werden können.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings: Insgesamt gibt es weniger Sitzplätze als bisher.
Mike Josef, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, freut sich über die Neuerung für die vielen Fahrgäste, die künftig mit modernisierten Fahrzeugen noch besser unterwegs sein sollen.
Die Modernisierung ist Teil einer größeren Langzeitstrategie für die Frankfurter S-Bahn. Der RMV hat der Deutschen Bahn Regio einen neuen 22-jährigen Vertrag für die S-Bahn-Linien S3, S4, S5 und S6 erteilt. Diese Vereinbarung läuft von Dezember 2033 bis Ende 2055 und sichert nach Angaben von railmarket.com mehr als 300 Arbeitsplätze in der Region.
Ob Design-Update oder langfristige Vertragssicherung – im Rhein-Main-Gebiet tut sich einiges auf der Schiene. Die neuen S-Bahnen sollen über die nächsten drei Jahre nach und nach mehr werden, bis 2029 sollen alle 98 Fahrzeuge der Baureihe ET430 umgerüstet sein. Das beste Programm im Main-Gebiet hält euch natürlich auf dem Laufenden, wenn’s im Oktober mit den ersten grün-weißen Zügen richtig losgeht!






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