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Neu-Isenburg im Doppel-Fokus: Spvgg. 03 kämpft ums Überleben – und trauert um Anny Schlemm

Spvgg. 03 Neu-Isenburg verliert 0:5 und macht Luca Borrelli zum Cheftrainer. Dazu trauert die Stadt um Ehrenbürgerin Anny Schlemm – alle Infos bei Radio…

Redaktion
·
28. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Stunden

Neu-Isenburg in schwerer Zeit – auf und neben dem Platz

Neu-Isenburg steht dieser Tage gleich aus zwei Gründen im Blickpunkt: Die Stadt trauert um eine ihrer bekanntesten Töchter – und gleichzeitig kämpft der örtliche Fußballclub Spvgg. 03 Neu-Isenburg um den Verbleib in der Verbandsliga Süd. Doch trotz der sportlichen Krise setzt der Verein auf eine mutige Entscheidung.

0:5 – die sechste Niederlage in Folge

Es läuft nicht rund bei den 03ern: In einer vorgezogenen Partie der Fußball-Verbandsliga Süd unterlag die Spielvereinigung am 27. August der DJK Sportfreunde Bad Homburg mit 0:5 (0:1). Es war die sechste Saisonniederlage in Folge – ein echter Fehlstart für den Aufsteiger.

Dabei begann das Unheil früh: Schon in der achten Minute erzielte Ozan Keskin das 1:0 für die Gäste. Luca Borrelli, der neue Cheftrainer der 03er, zog selbstkritisch Bilanz: „Die Bad Homburger sind mit ihrer ersten Chance in Führung gegangen, weil wir den Angriff halbherzig verteidigt haben. Es hat in diesem Spiel bei uns generell überall ein bisschen die Intensität gefehlt.“ Nach der Pause wurde es noch bitterer: Ein zu kurzer Rückpass führte zum 0:2 durch Filip Cirpaci (48.), kurz darauf fiel das 0:3 (54.). Am Ende stand ein deutliches 0:5, und Bad Homburg übernahm zumindest vorübergehend die Tabellenführung. Ozan Keskin und Jassine Sekkali trafen dabei jeweils doppelt für die Gäste.

Borrelli übernimmt – vom Jugend- zum Cheftrainer

Bereits vor dem Spiel hatte der Verein eine wegweisende Entscheidung bekanntgegeben: Luca Borrelli, der nach dem Rücktritt von Zivojin Juskic als Interimstrainer eingesprungen war, übernimmt die Mannschaft nun fest als Cheftrainer. Der 30-Jährige ist seit über vier Jahren im Verein und bekleidet dort auch das Amt des Jugendleiters. Er trainierte zunächst zwei Jahre die U 17, anschließend zwei Jahre die U 19 – Seniorenfußball ist für ihn damit vollständiges Neuland.

Sportlicher Leiter Stephan Adam verteidigt die Entscheidung klar: „Ich war schon von seiner Arbeit als Jugendtrainer beeindruckt. Er hat mit seiner Arbeit als Interimstrainer überzeugt, auch wenn die Ergebnisse noch nicht stimmen.“ Und weiter: „Man hat auch schnell gemerkt, dass er die Mannschaft für sich gewonnen hat. Das war dann die naheliegende, logische Entscheidung.“ Zuvor war Borrelli auch bei Bayern Alzenau und Hessen Dreieich im Jugendbereich tätig. Da er seine Spielerlaufbahn verletzungsbedingt früh unterbrechen musste, stieg er bereits mit 15 Jahren als Jugendtrainer bei Gemaa Tempelsee ein. Als Co-Trainer steht ihm künftig Andreas Rinke zur Seite, der bisher die U 11 des Vereins betreute.

Borrelli selbst gibt sich kämpferisch: „Es sieht ganz klar nach Abstiegskampf aus, den müssen wir jetzt annehmen.“ Das nächste Spiel steigt erst am 5. September – ein Kreisderby bei den Sportfreunden Seligenstadt. Die Pause kommt gerade recht: „Wir hatten wegen der vielen Englischen Wochen erst drei Trainingseinheiten zusammen. Jetzt haben wir endlich mal eine komplette Woche, in der wir trainieren können.“

Stadtnachbar SV Pars auf Kurs

Während die 03er am Tabellenende kämpfen, läuft es beim Neu-Isenburger Stadtrivalen SV Pars deutlich besser. Als Tabellenzweiter trifft Pars am Sonntag im Topspiel auf den Vierten SG Bornheim/GW. Trainer Dejan Alempic freut sich auf die Partie, warnt aber vor dem Gegner: „In Bornheim müssen wir von Anfang an hellwach sein, Bornheim hat eine super Mannschaft.“ Boubacar Barry, der zuletzt Rückenprobleme hatte, feierte beim jüngsten 3:0-Sieg gegen Rot-Weiss Frankfurt ein schmerzfreies Comeback.

Neu-Isenburg trauert: Abschied von Anny Schlemm

Abseits des Rasens bewegt die Stadt Neu-Isenburg noch ein anderes Thema. Wie wir in einem früheren Beitrag berichtet haben, verstarb am 20. August 2026 Anny Schlemm im Alter von 97 Jahren in Graz. Die in Neu-Isenburg geborene Opernsängerin und Ehrenbürgerin der Stadt hinterlässt eine Karriere, die fast sechs Jahrzehnte umspannte und sie auf die großen Opernbühnen der Welt führte. Ihr Erbe lebt in Neu-Isenburg weiter – durch eine nach ihr benannte Straße, den Anny-Schlemm-Preis für junge Sängerinnen und Sänger sowie ihre musikalische Hinterlassenschaft im örtlichen Museum.

Zwei Themen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch zeigen sie: Neu-Isenburg ist eine Stadt, die bewegt. Ob auf dem Fußballplatz oder auf der Opernbühne. Bleibt dran – Radio Frankfurt, der Sound der Weltstadt, hält euch auf dem Laufenden!

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