
Nach dem Sieg gegen Köln: Wie BILD berichtet, stellt sich Eintracht Frankfurt auf einen vorzeitigen Abschied von Sportvorstand Markus Krösche ein.
Eintracht Frankfurt hat sein Heimspiel gegen den 1. FC Köln im Deutsche Bank Park mit 1:0 gewonnen – der erste Heimerfolg seit März. Worauf sich die Fans im Vorfeld der Partie einstellen mussten, haben wir euch bereits in einem früheren Beitrag erklärt. Jetzt zeigt sich: Der Sieg war für Sportvorstand Markus Krösche mehr als nur drei Punkte. Wie BILD berichtet, sagte Krösche nach dem Abpfiff, der Druck sei groß gewesen und er sei erleichtert. Grund dafür ist auch die anstehende Mitgliederversammlung, bei der neben der Wiederwahl von Präsident Mathias Beck auch Krösches Zukunft zur Sprache kommen dürfte.
Auslöser der Debatte um Krösche war die deutliche 0:6-Niederlage bei RB Leipzig Anfang Oktober. Wie Münster Aktuell berichtet, lag Frankfurt zur Halbzeit bereits 0:4 zurück, nach fünf Spieltagen stand die Eintracht mit nur fünf Punkten und 16 Gegentoren auf Tabellenplatz 14. Krösche selbst räumte danach ein, die Mannschaft habe zu große Abstände zwischen den Spielern zugelassen. Auch Trainer Adi Hütter übernahm Verantwortung für die defensive Leistung.
Im Mittelpunkt der Kritik stehen vor allem die Transfers des vergangenen Sommers. Nathaniel Brown wechselte zum FC Bayern München, Rasmus Kristensen zu Midtjylland – als Ersatz kamen unter anderem Noel Aseko, Raphael Onyedika, Otávio, Lilian Brassier und Leih-Torhüter Noah Atubolu. Die gewünschte defensive Stabilität blieb bislang aus. Nach Vereinsangaben wickelte Krösche im Sommer insgesamt 38 Transferbewegungen ab.
Während die sportliche Kritik schon länger im Raum steht, geht BILD inzwischen noch weiter. Nach eigenen Informationen rechnet man auf oberster Ebene bei Eintracht Frankfurt nicht mehr damit, dass Krösche sein Amt noch lange über das Winter-Transferfenster hinaus ausübt. Demnach wird sogar infrage gestellt, ob er das kommende Wechselfenster überhaupt noch selbst verantwortet. Präsident Mathias Beck habe den Vertrag ursprünglich über 2028 hinaus verlängern wollen, so BILD – Krösche habe daran aber kein Interesse gezeigt.
Laut BILD zieht der Verein daraus bereits Konsequenzen für die sportliche Ausrichtung: Das bisherige Transfermodell, Talente günstig zu holen und teuer weiterzuverkaufen, gilt demnach wegen gestiegener Preise als zu riskant. Stattdessen soll verstärkt auf den eigenen Nachwuchs gesetzt werden, auch sportlich peilt man künftig mehr Stabilität statt Champions-League-Ambitionen an. Trainer Adi Hütter soll von den möglichen Veränderungen an der Vorstandsspitze nicht betroffen sein – laut BILD war von Anfang an klar, dass er und Krösche nicht das langfristige Führungsduo der Eintracht sein würden.
Fakt ist: Krösches Vertrag läuft offiziell bis zum 30. Juni 2028, verlängert wurde er bereits im April 2024. Trotzdem werden längst Nachfolgekandidaten gehandelt. Nach Angaben von Münster Aktuell unter Berufung auf die hessenschau zählen dazu Joti Chatzialexiou vom 1. FC Nürnberg, Marcel Schäfer von RB Leipzig, Benjamin Weber vom FC Augsburg und Marco Neppe vom Paris FC. BILD nennt zusätzlich Christoph Spycher sowie als mögliche Rückkehrer Pirmin Schwegler und Fredi Bobic – Letzterer war beim Köln-Spiel als Sky-Experte im Einsatz.
Aufsichtsratschef Mathias Beck hatte die Zusammenarbeit mit Krösche zuletzt öffentlich noch gestützt und nach einer Aufsichtsratssitzung im September erklärt, Personalfragen seien dort kein Thema gewesen. Die Entwicklungen der vergangenen Tage zeichnen nun aber ein anderes Bild. Am 19. Oktober steht die Mitgliederversammlung an, bei der Beck auch zur eigenen Wiederwahl antritt – und bei der laut BILD die Weichen für die Zeit nach Krösche zumindest zwischen den Zeilen gestellt werden sollen.
Unabhängig vom Ausgang bleibt: Krösche hat seit 2021 eine überwiegend erfolgreiche Amtszeit hingelegt. Dazu zählen der Europa-League-Titel 2022, das DFB-Pokalfinale 2023 und Platz drei in der Bundesliga 2024/25. International machten Verkäufe wie die von Randal Kolo Muani, Omar Marmoush und Hugo Ekitiké Schlagzeilen. Die Saison 2025/26 mit Platz acht und das kurze Trainer-Intermezzo von Albert Riera gelten dagegen als Rückschläge.
Ob Krösche das Winter-Transferfenster noch selbst gestaltet oder der Abschied schneller kommt als gedacht – das bleibt nach dem Sieg gegen Köln weiter offen. Fest steht: Die Mitgliederversammlung am 19. Oktober dürfte für Klarheit sorgen, wohin die Reise bei der Eintracht geht.






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