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Malaria-Fälle in Frankfurt: Neue Analyse zeigt drei verschiedene Mücken als Überträger

Neue Genomanalyse zu den Malaria-Fällen in Frankfurt: Drei verschiedene Mücken als Überträger, Erreger stammen wohl aus Westafrika. Alle Infos im Überblick.

Redaktion
·
4. November 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 15 Stunden

Neue Erkenntnisse zu den Malaria-Fällen am Flughafen

Der Sound der Weltstadt bringt diesmal keine guten Nachrichten – dafür aber wichtige Antworten. Nach den acht Malaria-Fällen in Frankfurt, bei denen im Sommer und Spätsommer drei Menschen starben, liegen jetzt neue Untersuchungsergebnisse vor. Das Gesundheitsamt Frankfurt hat die Ergebnisse einer Genomanalyse des Instituts für Tropenmedizin (ITM) im belgischen Antwerpen ausgewertet – und die bringen endlich Klarheit in einen Fall, der die Stadt monatelang beschäftigt hat.

Drei Mücken, drei Einschleppungen

Gesundheitsamtsleiter Prof. Dr. Peter Tinnemann erklärt dazu: „Die untersuchten Malariaerreger konnten genetisch drei unterschiedlichen Gruppen zugeteilt werden. Das stützt die Annahme, dass die Übertragungen durch drei unterschiedliche Mücken passiert sind.“ Und noch etwas ist wichtig: Die Ergebnisse sprechen gegen den Verdacht, dass heimische Mücken die Überträger des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum waren.

Für die Untersuchung hat das ITM Plasmodien aus Blutproben der infizierten Patienten extrahiert und per Ganz-Genomanalyse verglichen, wie eng die Parasiten miteinander verwandt sind. Das Ergebnis: Es handelt sich wohl um drei voneinander unabhängige Einschleppungsereignisse. Die Daten lassen sich sogar zeitlich zuordnen – jeweils ein Cluster für die Infektionen im Juli, im August und im September. Innerhalb eines Clusters waren die Parasiten eng verwandt, zwischen den drei Gruppen gab es dagegen deutliche genetische Unterschiede.

Spur führt nach Westafrika

Die Genanalyse liefert außerdem Hinweise auf die Herkunft der Erreger. Tinnemann sagt dazu: „Die genetischen Analysen deuten darauf hin, dass die Malariaerreger ursprünglich aus Westafrika stammen und vermutlich durch infizierte Mücken nach Frankfurt eingeschleppt wurden.“ Diese Form der Ansteckung nennt man Flughafenmalaria: Der Erreger wird von Mücken übertragen, die per Flugzeug aus einem Malaria-Gebiet eingeschleppt werden.

Rückblick: Sechs Flughafen-Mitarbeiter und zwei Anwohner betroffen

Zur Erinnerung, wie die Lage im Sommer war: Insgesamt erkrankten acht Menschen an Malaria. Sechs davon arbeiteten am Frankfurter Flughafen und erkrankten Anfang Juli beziehungsweise Mitte August. Im September kamen zwei Bewohner des Stadtteils Schwanheim dazu. Drei der acht Erkrankungen verliefen tödlich. Wichtig dabei: Keine der acht Personen war zuvor in einem Malaria-Endemiegebiet gewesen oder hatte eine Bluttransfusion erhalten. Bei allen Patienten wurde die schwerste Form, Malaria tropica, diagnostiziert – genau diese Variante kann unbehandelt tödlich verlaufen.

Frühe Diagnose entscheidend

Nach Angaben des Gesundheitsamts ist Malaria tropica bei früher Diagnose und umgehend eingeleiteter Behandlung gut und vollständig behandelbar. Deshalb hat das Gesundheitsamt die Kassenärztliche Vereinigung Hessen sowie die für den Infektionsschutz zuständigen Behörden informiert. Ärztinnen, Ärzte und Klinikpersonal wurden gebeten, bei entsprechenden Symptomen frühzeitig an eine mögliche Malaria-Infektion zu denken und entsprechend zu reagieren.

Wir von Radio Frankfurt bleiben für euch am Ball – genau wie bei anderen wichtigen Themen aus der Region. Wer sich zum Beispiel fragt, wie aktuell die Lage auf den Fernstraßen rund um unsere Stadt aussieht, findet dazu Infos in einem früheren Beitrag zum A3-Staucheck zwischen Köln und Passau. Das beste Programm im Main-Gebiet hält euch bei allen Themen auf dem Laufenden, die Frankfurt bewegen – von Gesundheit bis Verkehr.

Fazit

Die neuen Laborergebnisse bringen Licht ins Dunkel: Drei unterschiedliche Mücken, drei unabhängige Einschleppungen, vermutlich aus Westafrika – und keine heimischen Insekten als Überträger. Für Frankfurt bedeutet das vor allem eins: Wachsamkeit bleibt wichtig, besonders am Flughafen. DANKE AN 344.000 HÖRER, die uns auch bei ernsten Themen wie diesem treu bleiben. Jetzt reinhören und immer informiert bleiben!

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