
In Frankfurts Lernwerkstatt Abfall entdecken Grundschüler spielerisch, wie Müll vermieden und recycelt wird – mit Mikroplastik-Stationen und stinkenden…
Stell dir vor, du steckst deine Nase in ein kleines Tönnchen – und weißt danach nicht mehr, ob du lachen oder husten sollst. Genau das haben 22 Schülerinnen und Schüler der Klasse 4a der Liesel-Oestreicher-Schule in Frankfurt erlebt. In der Lernwerkstatt „Abfall und Recycling“ durften sie spielerisch herausfinden, wie Müll vermieden und richtig recycelt werden kann. Und der Spaß dabei war garantiert!
Das Angebot wurde vom Frankfurter Verein Umweltlernen gemeinsam mit der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) entwickelt. An insgesamt zehn Stationen erarbeiteten sich die Kinder in Vierergruppen ihr Wissen ganz selbstständig – mit Arbeitsblättern, interaktiven Elementen und jeder Menge Aha-Momenten.
Eine Station, die besonders im Gedächtnis bleibt: der Müllstrudel im Wasserbecken. Ein Grundschüler rührt darin herum – Styropor, Flaschendeckel und bunte Plastikkügelchen schwimmen wild durcheinander. So ähnlich sieht es in den fünf großen Müllstrudeln aus, die unsere Weltmeere verschmutzen. Der neunjährige Jacob bringt es auf den Punkt: „Wenn wir jetzt Fische wären und dauernd Schadstoffe in unser Territorium geworfen werden, dann würden wir das auch nicht cool finden.“
Seit Kurzem verfügt die Lernwerkstatt über fünf zusätzliche Einheiten speziell zum Thema Mikroplastik. Beim Durchsuchen einer sandgefüllten Plastikschale stoßen die Kinder auf orangefarbene Netzstücke, Tablettenverpackungen und blaue Folie. Schülerin Feli kennt das Problem aus eigener Erfahrung: „Ich war schon in Italien am Strand und da war auch ganz viel Dreck – Plastikflaschen, Glas, Styropor und sowas.“
Besonders unvergesslich: die Station mit den „stinkenden Tönnchen“. Mit verbundenen Augen müssen die Kinder erraten, was in kleinen Plastiktonnen steckt. Grundschüler Nils öffnet eines, verzieht das Gesicht und hustet vor Ekel. „Ich glaube, meine Nase ist tot“, meint Mitschüler Emil. Schließlich löst Linda das Rätsel: „Ich weiß es! Knoblauch!“ – Volltreffer!
Umweltpädagogin und Projektleiterin Kirsten Allendorf erklärt, was das Konzept so besonders macht: „Das Besondere ist, dass ich ganz unterschiedliche Lernzugänge schaffe. Das macht viel mehr Spaß, als wenn dort jemand steht und erklärt.“ Die Kinder sortieren Einweg- und Mehrwegflaschen, schöpfen eigenes Recyclingpapier oder beobachten Schnecken und Kellerasseln im Kompostbehälter.
Schulen können das Angebot das ganze Schuljahr über für die Jahrgänge drei bis zehn buchen – das Material wird direkt vor Ort aufgebaut. Die Nachfrage ist riesig: „Die Nachfrage ist wesentlich höher als das, was wir überhaupt stemmen können“, sagt Allendorf. Für sie sind Schülerinnen und Schüler echte Multiplikatoren: „Sie können ein Motor sein, auch gesellschaftlich etwas zu verändern. Sie tragen das Wissen aus den Schulen in ihre Familien oder in Vereine.“
Neben der Lernwerkstatt Abfall bietet der Verein Umweltlernen auch einen Workshop zum Thema Klimawandel an. Allendorf betont, dass der Fokus dabei zunehmend auf dem liegt, was direkt vor Ort passiert: „Diesen trockenen Sommer hier, den spüren alle unmittelbar, und das beschäftigt die Kinder sehr.“
Grundschüler Nils hat das längst selbst bemerkt: „Der Umwelt geht es mindestens gerade nicht so gut.“ Seine Lösung klingt simpel, aber überzeugend: „Man sollte lieber mal Fahrrad fahren, das wäre besser.“ Und durch den Workshop weiß er jetzt auch, wie er weniger Müll produzieren kann – „damit es der Umwelt bald besser geht.“
Toller Einsatz, Nils! Frankfurt kann stolz sein auf solche jungen Umweltschützer. 💚






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