
Emil Agyekum holt bei der Leichtathletik-EM in Birmingham Silber über 400 Meter Hürden – und bleibt dabei eiskalt cool. Alle Highlights aus Frankfurt!
Was für ein Abend in Birmingham! Emil Agyekum, Hürdenläufer und deutscher Rekordhalter über die 400 Meter Hürden, hat bei der Leichtathletik-EM die Silbermedaille geholt – und das mit einer Gelassenheit, die wirklich beeindruckt. 47,87 Sekunden auf der Uhr, eine Medaille um den Hals und ein breites Grinsen im Gesicht. Der Sound der Weltstadt Frankfurt war dabei – denn Agyekum trainiert seit 2024 am Stützpunkt hier bei uns im Main-Gebiet!
Wie feiert man eine EM-Silbermedaille? Agyekum musste kurz überlegen, als er am ARD-Mikrofon gefragt wurde. Seine Antwort? Erfrischend bodenständig: „Ich werde wahrscheinlich ein alkoholfreies Bier mit Volker Beck trinken.“ Beck ist sein Trainer – und das Rennen in Birmingham war gleichzeitig ein ganz besonderes für den Coach: Es waren seine letzten Meisterschaften als Trainer, bevor er in den Ruhestand geht.
Für den 27-jährigen gebürtigen Berliner Agyekum war die Silbermedaille damit auch ein Abschiedsgeschenk an seinen Mentor. „Viele Leute werden Volker im Nationalteam vermissen. Er hat mir sehr viel über Disziplin beigebracht und darüber, auch mal seinen Schweinehund zu überwinden, dafür bin ich ihm sehr dankbar“, sagte Agyekum nach dem Rennen. Respekt – das sitzt!
Gold ging an Ausnahmekönner Karsten Warholm, der wieder einmal über eine Sekunde schneller war als der Rest des Feldes. Agyekum zollte ihm Tribut: „Er hat wieder einmal gezeigt, dass er der King ist. Es war geil, direkt neben ihm zu sein.“ Aber der Frankfurter Hürdenläufer gibt sich damit nicht zufrieden – er will Warholm irgendwann schlagen. „Ich habe viel Spaß an dem Prozess, Stück für Stück näher an ihn heranzukommen und ihn eines Tages dann auch mal zu schlagen.“
Und der Weg dorthin ist real: Erst vor einigen Wochen stellte Agyekum den deutschen Rekord über 400 Meter Hürden auf – mit 47,45 Sekunden. Selbst da kam Warholm noch vor ihm ins Ziel. Noch. Denn dass Agyekum immer besser wird, zeigt er Rennen für Rennen. „Ich komme immer besser mit so viel Publikum und so viel Druck klar“, sagt er selbst. „Ich finde immer mehr Ruhe in mir drin und es macht einfach extrem viel Spaß.“
Während Agyekum jubelte, lief hinter ihm ein kleines Drama ab. Der zweite deutsche Starter im Finale, Owe Fischer-Breiholz vom Königsteiner LV, kam auf Platz fünf ins Ziel – und war tief enttäuscht. „Es war ein Flüchtigkeitsfehler nach dem anderen. Das enttäuscht mich zutiefst“, sagte der 22-Jährige. Direkt nach dem Start lief er die ersten Hürden mit der falschen Seite an, am Ende fehlte ihm auch die Kraft. „Selbst mit einem soliden Rennen hätte ich heute eine Medaille geholt.“
Wer sich sofort um ihn kümmerte? Silbermedaillengewinner Agyekum. Er nahm seinen Teamkollegen in den Arm und gab ihm kluge Worte mit auf den Weg: „Ich habe ihm gesagt, dass er Geduld haben soll. Seine Zeit kommt auch noch. Wenn er sich treu bleibt und ein bisschen entspannter an die Sache rangeht, kann er Großes vollbringen.“ Stärke zeigen, Teamkollegen aufbauen – so geht das!
Silber bei der Leichtathletik-EM, ein Abschiedsrennen für Trainer Volker Beck und ein aufbauendes Wort für den jungen Teamkollegen – Emil Agyekum hat in Birmingham einen Abend hingelegt, der weit über die Laufbahn hinausgeht. Wir von Radio Frankfurt sagen: Hut ab, Emil! Jetzt reinhören und mehr Sport aus dem Main-Gebiet erleben – das beste Programm für Frankfurt wartet auf euch!






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