
Das Garner Hotel in Rüsselsheim hat wegen Legionellenbefalls sofort geschlossen. 14 Jobs sind betroffen, der Schaden geht in den Millionenbereich.
Schock im Rhein-Main-Gebiet: Das Garner Hotel in Rüsselsheim hat von einem Tag auf den anderen geschlossen. Wer noch schnell buchen wollte – auf Plattformen wie booking.com war das plötzlich nicht mehr möglich. Der Betreiber, die Novum Hospitality Gruppe, hat das rund 150 Zimmer umfassende Hotel geschlossen und den Pachtvertrag mit sofortiger Wirkung außerordentlich gekündigt. Der Grund: erhebliche Mängel an der Immobilie und ein handfestes Gesundheitsrisiko.
Im Mittelpunkt des ganzen Dramas stehen Legionellen – Bakterien, die sich in warmem Wasser einnisten und über winzige Wassertröpfchen in der Luft eingeatmet werden können. Laut Novum Hospitality haben mehrere technische Untersuchungen sowie unabhängige Sachverständigengutachten erhebliche Mängel und gesundheitliche Risiken im Zusammenhang mit der Trinkwasserinstallation dokumentiert. Das Gesundheitsamt soll sogar bereits ein Duschverbot für das Hotel ausgesprochen haben.
Und das ist kein Kavaliersdelikt: Eine Legionellen-Infektion kann im besten Fall ein mildes Pontiac-Fieber mit grippeähnlichen Symptomen auslösen. Im schlimmsten Fall droht die sogenannte Legionärskrankheit – eine schwere Lungenentzündung mit hohem Fieber und starker Atemnot. Unbehandelt kann sie sogar lebensbedrohlich sein. Besonders ältere oder bereits kranke Menschen sind gefährdet. Kurz gesagt: Das ist kein Risiko, das man auf die leichte Schulter nehmen darf.
Was besonders bitter ist: Die Mängel waren offenbar kein Geheimnis. Novum Hospitality soll sich in der Vergangenheit mehrfach an den Eigentümer der Immobilie in Rüsselsheim gewandt haben – passiert ist laut aktuellem Stand offenbar nichts. Die Mängel wurden nicht beseitigt, das Problem schwelte weiter. Bis jetzt, wo der Betreiber die Reißleine gezogen hat.
Die Konsequenzen sind gravierend – und nicht nur für Gäste. Novum Hospitality hat bereits Anwälte eingeschaltet. Der entstandene Schaden könnte laut Medienberichten in den Millionenbereich gehen. Besonders betroffen: 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die direkt von der Schließung betroffen sind. In der neuen Woche sollen Gespräche mit dem Team stattfinden – das Ziel sind sozialverträgliche Lösungen. Wir drücken den Betroffenen die Daumen!
Der Fall zeigt, wie ernst Trinkwasserhygiene in Hotels genommen werden muss. Wir bleiben dran und halten euch auf dem Laufenden – hier bei Radio Frankfurt, dem Sound der Weltstadt.


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