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Kulturforum Dietzenbach eröffnet – doch die Musikschule kämpft ums Überleben

Dietzenbach hat sein neues Kulturforum eröffnet – doch die Musikschule kämpft ums Überleben. Am 24. August fällt die Entscheidung über ihre Zukunft.

Redaktion
·
18. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 4 Tagen

Ein neues Zuhause für Kultur – mit einem großen Fragezeichen

In Dietzenbach ist etwas Besonderes entstanden: Das neue Kulturforum in der Darmstädter Straße 7–11 hat offiziell seine Türen geöffnet. Unter einem Dach finden sich jetzt Stadtbücherei, Historisches Museum und Musikschule – und im Herbst soll das Stadtarchiv dazukommen. Klingt großartig, oder? Leider hat die Eröffnungsfeier auch einen bitteren Beigeschmack: Die Zukunft der Musikschule ist nämlich alles andere als gesichert.

Offen, lebendig, miteinander – so lautet das Motto

Der Erste Stadtrat René Bacher eröffnete das Forum feierlich mit drei Leitbegriffen: offen, lebendig, miteinander. Sein Ansatz ist klar: „Wir wollen nicht drei und bald vier Einrichtungen zu einer machen. Wir wollen ihre Stärken miteinander verbinden und daraus ein gemeinsames Angebot entwickeln.“ Das Kulturforum soll kein reines Veranstaltungszentrum sein – es geht vor allem um kulturelle Bildung für alle Bürgerinnen und Bürger Dietzenbachs. Vereine, der Jugendbeirat, Kulturschaffende und Bildungspartner sollen sich aktiv einbringen. Bacher bringt es auf den Punkt: „Ein gemeinsamer Ort, viele Gastgeber.“

Rückenwind kam dabei vom Landeswettbewerb „Ab in die Mitte!“: Das Land Hessen zeichnete das Projekt „Kulturforum Dietzenbach – offen, lebendig, miteinander“ 2026 mit einem Preisgeld von 18.000 Euro aus. Der Anstoß zur Idee kam übrigens von Marcel Jung, Musikmanager und Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins. Er kennt solche Vernetzungsmodelle aus anderen Städten wie Hanau und schlug das Konzept der Stadtverwaltung vor. Noch in diesem Jahr sind bereits 19 weitere Veranstaltungen geplant – plus ein Pop-up-Café im Außenbereich.

Musik, Lesung und LED-Jonglage – die Eröffnung hatte Klasse

Musikalisch war die Eröffnung ein echtes Highlight: Barbara Münch (Cello) und Christian Tutschek (Klavier) spielten das „Nocturne“ von Tschaikowski sowie „Kol Nidrei“ von Max Bruch. Sami Ben-Hallou begeisterte auf der Gitarre mit „Fingals Höhle“ von Johann Kaspar Mertz. Dazu gab es eine Altstadtführung mit Gerolf Baum, eine musikalische Lesung mit Susanne Gertler, einen Unplugged-Auftritt von Leichtmetall – unterstützt von Miyoko-Claire Jung am Cello – und eine spektakuläre LED-Jonglage des Zirkus Chicana. Ein buntes Programm, das zeigt, was dieses Kulturforum leisten kann.

Die Musikschule: Glanzstück oder bald Geschichte?

Und genau hier liegt das Problem. Während das Schild am neuen Kulturforum stolz auf die Musikschule hinweist, steht deren Zukunft auf der Kippe. Wegen der angespannten Finanzlage will die Stadt sparen – die jährlichen Zuschusskosten der Musikschule liegen bei mehr als 200.000 Euro. Die Verwaltung hat vier Varianten ausgearbeitet, um die Kosten zu senken. Eine davon sieht die ersatzlose Schließung der Einrichtung vor.

Am Montag, dem 24. August, entscheidet die Stadtverordnetenversammlung über die Zukunft der Musikschule. In den Ausschusssitzungen war bislang noch nicht absehbar, in welche Richtung das Votum geht. Dass bereits ein Schild im neuen Kulturforum auf die Musikschule hinweist, obwohl deren Fortbestand noch völlig offen ist, sorgt für Kritik – und das zu Recht.

Was jetzt zählt

Das Kulturforum Dietzenbach hat das Potenzial, ein echter Treffpunkt für Kultur und Bildung in der Region zu werden. Ob es das auch wirklich wird, hängt von drei Dingen ab: der engen Zusammenarbeit der beteiligten Einrichtungen, dem Engagement der Dietzenbacher Vereine – und dem politischen Willen, das Vorhaben dauerhaft zu unterstützen. Die Entscheidung über die Musikschule wird zeigen, wie ernst es der Politik mit dem Kulturstandort Dietzenbach wirklich ist. Wir bleiben dran – versprochen!

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