
Darja Varfolomeev holt bei der Heim-WM in der Frankfurter Festhalle drei Titel und sichert den Olympia-Quotenplatz für 2028.
Was für ein Abschluss bei der Rhythmischen Sportgymnastik-WM in unserer Mainmetropole! Unter der mächtigen Kuppel der Frankfurter Festhalle herrschte am letzten Tag der Weltmeisterschaft purer Kreischalarm – und mittendrin strahlte eine ganz Besondere: Darja Varfolomeev. Die 19-Jährige holte am Finaltag zwei weitere WM-Titel und sorgte damit für unvergessliche Momente in einer ausverkauften Festhalle mit 4.500 begeisterten Fans.
Mit Gold im Gerätefinal mit dem Ball (30,350 Punkte) und Gold mit dem Band (30,500 Punkte) krönte Varfolomeev eine beeindruckende Heim-WM. Bronze holte sie sich zudem mit dem Reifen (30,400 Punkte) – knapp hinter der Ukrainerin Taisiia Onofriitschuk und der Italienerin Sofia Raffaeli. Insgesamt sammelte sie damit drei WM-Titel bei dieser Weltmeisterschaft in Frankfurt.
Den für sie persönlich wertvollsten Titel hatte sich Varfolomeev aber bereits am Freitag gesichert: Gold im Mehrkampf – und das zum dritten Mal, nach 2023 in Valencia und 2025 in Rio de Janeiro. Damit sicherte sie dem Deutschen Turner-Bund den ersten Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2028. Wer diesen Platz besetzen wird? Na, wer wohl!
Der Weg zu diesem Mehrkampftitel war alles andere als glatt. Nach einer verpatzten Reifenübung zum Einstieg bewies Varfolomeev bemerkenswerte Nervenstärke und lieferte mit Keulen, Reifen und Band Weltklasse-Übungen ab. Diese Fähigkeit, sich zu stabilisieren und zurückzukämpfen, macht sie zur außergewöhnlichen Sportlerin. Bereits als Zwölfjährige kam sie aus Westsibirien nach Deutschland und arbeitete sich am Stützpunkt in Schmiden an die Weltspitze.
Einen kleinen Wermutstropfen gab es dennoch: Mit ihrer Keulenübung konnte sie sich im Vorkampf nicht für das Gerätefinale qualifizieren. Auch die weiteren DTB-Einzelstarterinnen Lada Pusch und Anastasia Simakova verpassten die Finals. Da ist also noch etwas gutzumachen bei den nächsten Titelkämpfen!
Neben den Einzeleinsätzen präsentierte sich auch die deutsche Gruppe um Alisa Datsenko, Anja Kosan, Alina Ott, Helena Ripken und Anna-Maria Shatokhin in starker Form. Im Mehrkampf gelang dem Team am Samstag ein unerwartet starker vierter Platz hinter Spanien, Japan und Brasilien. In den Gerätefinales am Sonntag sprangen Rang sechs (drei Reifen, zwei Paar Keulen) und Rang acht (fünf Bälle) heraus – ohne Medaille, aber mit Applaus vom begeisterten Frankfurter Publikum.
Und genau das ist das Besondere an diesen WM-Tagen in unserer Stadt: Das Frankfurter Publikum zeigte sich nicht nur lautstark begeistert, sondern auch ausnehmend fachkundig und absolut fair. Gymnasten aller Nationen wurden gefeiert – unabhängig von der Flagge. Kein Wunder, dass Varfolomeev im ARD-Interview schwärmte: „Unglaublich“ sei die Atmosphäre gewesen, „unvergesslich“ werde ihr diese Weltmeisterschaft bleiben. Sprach’s – und zeigte dieses wunderschöne, befreite Lächeln.
Frankfurt hat geliefert. Der Sound der Weltstadt hallt noch lange nach – auch ohne Musik, nur mit dem Jubel von 4.500 Fans, die eine Weltmeisterin nach Hause trugen. Das ist Frankfurt. Das ist unser Sport. Jetzt reinhören und mitfeiern!






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